Überholt das Smartphone das Auto als Statussymbol?

smartphone

Das Auto ist immer noch emotional

Wenn man sich derzeit auf der IAA umschaut, wundert man sich über die weit verbreitete Ansicht, dass das Auto eine immer geringere Bedeutung als Statussymbol haben soll.
Die Menschen drängen sich an den Fahrzeugständen der Hersteller, viele Besucher versuchen ein gutes Foto von ihren Lieblingmodellen zu machen.

In der Halle, in der Mercedes seine Modelle vorführt, schaut man in gebannte Gesichter, während die neue S-Klasse über das Podium fährt.

Das Auto soll in Deutschland einen abnehmenden Stellenwert haben? Ein Trend in diese Richtung ist natürlich zu beobachten, allerdings wird es wohl kaum dazu kommen, dass Smartphones oder Tablets das Automobil als Statussymbol überholen oder gänzlich ablösen werden. Zumindest sollte man dieses Thema  differenzierter betrachten. Vielleicht gibt es ja andere Gründe, warum eine bestimmte Gruppe von Menschen sich vom Auto abkehrt?

  • Erstmal sind die Anschaffungskosten für ein Auto in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Man muss sich schon zweimal überlegen, ob man sich ein Auto leisten kann. Oder auf die Alternative zu gehen, einen günstigeren Kleinwagen zu kaufen.
  • Ein Auto zu unterhalten, wird immer kostspieliger. Sprit und Unterhaltkosten belasten das Budget der Kunden.
  • Menschen in Städten benötigen nicht unbedingt ein eigenes Auto. Die Mobilität steht im Vordergrund. Das Auto wird als Nutzungsgegenstand gesehen, der die Fortbewegung von A nach B sicherstellt. Die Angebote von Car-Sharing-Unternehmen versuchen in verschiedenen Städten diese Anforderung zu befriedigen.
  • Bei vielen Menschen gibt es ein immer höheres Umweltbewußtsein. Gerade in Städten wird auch mal auf öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen.
  • Der Gesundheitsaspekt spielt auch eine Rolle, weshalb das Fahrrad für Stadtbewohner hier wieder ins Spiel kommt.
  • Junge Menschen machen immer später den Führerschein. Grund dafür sind auch hier die Kosten und dass man sich zunächst auf die Ausbildung konzentriert, bevor man an den Autokauf denkt.

Zu bedenken ist auch, dass die Kaufentscheidung für ein Smartphone finanziell nicht so weittragend ist wie die Entscheidung für einen Autokauf.

Der Faktor Mobilität

Für spezielle Kundengruppen ist der Faktor Mobilität entscheidend, unabhängig von Fahrzeugmodellen oder Marken.

Also löst das Smartphone das Auto als Statussymbol ab? Die Wahrheit liegt wohl wieder in der Mitte. Das Auto ist immer noch ein emotionales Produkt und wird es sicher auch künftig bleiben. Aber für eine bestimmte Gruppe von Menschen hat das Auto keinen Wert als Statussymbol, sondern wird als Fortbewegungsmittel gesehen.

Für diese Gruppe können Produkte wie Smartphones einen höheren emotionalen Stellenwert haben.

Aber auch diese Menschen können von den Autoherstellern mit guten Car-Sharing-Angeboten in Kombination mit Mobilitäts-Apps an das Thema Automobil und vielleicht auch an die eigene Marke gebunden werden.

 

Nachtrag 23.9.2013:

Gerne verlinke ich noch auf den Beitrag von Patrick Möltgen zum gleichen Thema: http://www.automobilkaufmann.info/2013/09/blogparade-generation-yolo-smartphone-vs-eigenes-auto/

 

Neues Auto-Internetportal für die Zielgruppe Frauen: Car.a.mia

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Frauen und das Automobil

Als ich vor über zehn Jahren die ersten Schritte in der Automobilbranche gemacht habe, war eines der Top-Themen für Autohäuser, dass die Zielgruppe Frauen für den Handel eine immer größere Rolle spielen wird.  Ich erinnere mich an einen Händler, der extra einen Kleinwagen in der Farbe gelb mit einem MP3-fähigen Radio ausgestattet hat und dann als Auto der Woche speziell für Frauen in seinem  Ausstellungsraum platziert hat.

Ich denke die Erkenntnis, dass Frauen eine wichtige Zielgruppe sind, ist in heutiger Zeit in den Betrieben weitgehend angekommen, wenn man auch immer noch hört, dass weibliche Kunden vor allem im Werkstattbereich von oben herab behandelt werden oder ihnen technische Kompetenz abgesprochen wird.

Eine große Zahl von Fahrzeugen ist auf Frauen zugelassen. Und welcher Mann kennt nicht diese Szene aus jeder guten Ehe oder Partnerschaft: Beim Autokauf entscheidet doch die Frau, welches Fahrzeug letztendlich den Zuschlag erhält.

 

Frauen, Automobil und Internet

Doch Frauen schauen anders auf das Thema Auto. Während es bei Männern wohl eher um technische Details und die PS-Zahlen von Autos geht, stehen für Frauen andere Aspekte im Vordergrund. Für Frauen ist das Automobil eher ein Lebensgefühl. Viele Frauen geben ihren Fahrzeugen bekannterweise Namen.

Es war eine Frage der Zeit, wann die Themen Frauen und Automobil ins Internet getragen werden. Für die am Thema Automobil interessierten Frauen wurde kürzlich vom Axel Springer Verlag das Webportal Car.a.mia gestartet.

Unter dem Motto “Wir lieben Autos” werden im Portal Reportagen, Testberichte, Trends und Geschichten rund um das Automobil geboten. Auch über die aktuell stattfindenden IAA in Frankfurt wird berichtet. Dabei wird neben Artikeln auch auf Portraits von Frauen aus dem automobilen Umfeld und Interviews gesetzt, um das ganze redaktionell anzureichern.

Das Portal orientiert sich im Aufbau deutlich am Netzwerk Pinterest, dass ja mehrheitlich von Frauen genutzt wird. Große Bilder sind vorherrschend und man kann längere Zeit in den Themenwelten und Beiträgen stöbern. Die Kommentarfunktion zu den Beiträgen und die Vernetzung über die Netzwerke Facebook, Twitter und Pinterest laden die Leser dazu ein, sich auszutauschen, zu kommentieren oder Inhalte weiterzuempfehlen.

Für mich ist das Webportal eine kreative Idee, spezielle Zielgruppen im Internet und über Social Media anzusprechen. Ich habe keine Kenntnis, wie weit das Portal bereits verbreitet ist oder genutzt wird. Aber wenn eine kritische Masse erreicht ist, ist dies sicher auch eine interessante Plattform für die Automobilhersteller, sich der Kundengruppe Frau zielgruppengerecht zu präsentieren.

Schauen Sie mal rein – vielleicht gibt es ja auch den ein oder anderen männlichen Leser?

Social Media Strategie im Autohaus – “jetzt geht die “POST” ab”: Teil 4 – Technologie

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Welche Social Media-Kanäle bespielen wir?

Im letzten Teil meiner Serie geht es darum, wo – das heißt über welche Kanäle – Social Media-Inhalte veröffentlicht und verbreitet werden.

Die Frage ist: Welches Netzwerk ist für welche Zielgruppe und für welchen Zweck geeignet?

Eine grobe Richtschnur ist die Unterscheidung der zuvor definierten Zielgruppen in die beiden Gruppen “B2B” und “B2C”.

  • Für die Ansprache von Endkunden im B2C eignen sich in erster Linie die Plattformen Facebook, Twitter, Google+, Youtube und nicht zuletzt ein eigenes Blog.
  • Im B2B geht es eher um Geschäftskontakte und die Kommunikation mit Gewerbekunden. Hier spielen sicherlich Xing (und Linkedin bei internationalen Kontakten) sowie Twitter, Youtube und ebenfalls ein eigenes Blog die größte Rolle.

Dies sind natürlich nur Vorschläge und spiegeln die aktuell am häufigsten genutzten sozialen Netzwerke im Kfz-Bereich wider. Nichts spricht zum Beispiel gegen einen kreativen Einsatz von weiteren Plattformen wie Pinterest oder Foursquare.

Hier muss ich noch eine Lanze zum Betreiben eines eigenen Blogs schlagen. Die Vorteile habe ich in einem früheren Artikel in meinem Blog dargestellt. Der Hauptvorteil für mich dabei ist, dass einem das Bloggen eine weitgehend vollständige Freiheit bei der Gestaltung und Pflege der Social Media-Aktivitäten bietet. Bei den anderen Plattformen wie Facebook oder Twitter ist man immer auf das “Korsett” beschränkt, das einem der Plattformbetreiber vorgibt. Und man muss oft auf Änderungen der AGB dieser Netzwerke reagieren.

Zum Schluss kommt natürlich die größte Herausforderung: die dauerhafte Bespielung der Kanäle!

Grundsätzlich notwendig sind gute technische Kenntnisse über die eingesetzen Plattformen und eine Person bzw. ein Team, dass sich laufend um die Kanäle kümmert.

Und: Schaffen Sie Verbindungen zwischen den klassichen “Offline”- und den “Online”-Kanälen!

  • Weisen Sie auf Ihre Social Media-Aktivitäten auf allen anderen Kommunikationswegen hin.
  • Hier bieten sich natürlich die Vernetzung der Homepage mit Social Media an, Verlinkung in Email-Signaturen, auf Kundenanschreiben, Visitenkarten und andere Printmedien wie Flyer oder Plakate.

Diese kurze Serie soll Anregungen geben, wie man im Autohaus, in einer Werkstatt oder jedem anderen KFz-Betrieb das Thema Social Media angehen kann. Ich freue mich über Kommentare, Anmerkungen und Fragen dazu!

Social Media Strategie im Autohaus – “jetzt geht die “POST” ab”: Teil 3 – Strategie

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Wie sieht der konkrete Plan für den Einsatz von Social Media aus?

Im dritten Teil meiner kleinen Serie geht es um die Planung der Social Media-Aktivitäten.

Vielleicht ist der Begriff “Strategie” ein wenig hochgestochen, im Grunde genommen geht es aber um grundsätzliche mittel- und langfristige Entscheidungen zum Einsatz der sozialen Medien, die vom Unternehmen zu treffen sind.

Ressoucenplanung

Der erste wichtige Schritt ist die Planung der personellen und zeitlichen Ressourcen.

  • Wer ist im Betrieb für Social Media verantwortlich? Gibt es eine Person, die sich damit beschäftigen kann und möchte? Diese Person sollte möglichst Vorkenntnisse und eine Affininität zu den neuen Medien haben und dort schon selbst aktiv sein. Für mich ist auch immer entscheidend, dass die Person sich für Social Media begeistern kann und Spaß am texten, posten etc. hat.
  • Dem “Social Media Manager” sollte auch ein ausreichendes Zeitbudget zur Verfügung gestellt werden. Der berühmt-berüchtigte Praktikant, der mal schnell eine Facebook-Seite schalten soll und nach drei Monaten wieder weg ist, ist bestimmt keine langfristige Lösung.
  • Die Verantwortlichkeiten sind klar zu regeln: Wer ist für Social Media zuständig, wer richtet die Profile ein und pflegt Sie? Und wer darf im Namen des Unternehmens Beiträge und Postings verfassen oder Kommentare von Nutzern/Kunden im Netz beantworten?
  • Hier können (besonders in Unternehmen mit einer hohen Mitarbeiterzahl) Social Media Guidelines helfen, die klare Regeln für das “digitale Miteinander” aufstellen und auch rechtliche Aspekte beinhalten. Die Mitarbeiter des Betriebes werden dadurch möglichst auf positive Weise für die Web 2.0-Medien sensibilisiert, z.B. indem das Personal Ideen und Vorschläge für Social Media-Inhalte einbringen kann. Daneben sollte aber auch auch eventuelle rechtliche Konsequenzen hingewiesen werden, wenn ein Mitarbeiter gegen die Regeln verstößt, etwa bei einer Urheberrechtsverletzung.

Wie läuft die Kommunikation ab?

Im zweiten Schritt geht es um die grundsätzliche Planung der Eckpfeiler der eigenen Social Media-Kommunikation. Was heißt das?

  • Was soll bei Beiträgen und Postings im Vordergrund stehen: der Dialog mit Kunden, Serviceorientierung, Unterhaltung der Nutzer, konkreter Mehrwert für den Leser, (mehr oder weniger viel) Werbung oder eine Mischung aus allem?
  • Die Anrede (Siezen / Duzen) der User und die Tonalität wird im Vorfeld festgelegt.
  • Die Häufigkeit und die Zeitpunkte der Beiträge ist wichtig, um ein grobes Zeitbudget für die verantwortliche Person einplanen zu können.
  • Das Verhalten bei Kritik (und auch bei Lob!) von Kunden kann mit einem Ablaufschema organisert werden.

Content – Content – Content

Anschließend rücken die Inhalte – der Content – in den Fokus. Dies ist der Zeitpunkt, an dem die Unternehmen und Social Media-Verantwortlichen kreativ werden.

Immer wichtig dabei: seien Sie unterhaltsam und (Achtung, Zauberwort!) authentisch. Die Kunst ist, Beiträge kurz und plakativ zu halten. Nerven Sie nicht mit zu häufigen Postings und fördern Sie den Dialog oder die Interaktion mit den Lesern und Kunden.

Einige Beispiele als Anregung für mögliche Inhalte, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • News zum Unternehmen, zu Aktionen und Events
  •  Vorstellung der Mitarbeiter (was zeichnet den Mitarbeiter speziell aus?)
  • Modellvorstellungen
  •  Links und Meldungen der Hersteller teilen
  • Content, der Mehrwert bietet. Warum nicht hin und wieder Spritspartipps oder Hinweise zu rechtlichen Änderungen im Autobereich posten? Oder Tipps zur Autopflege, technische Details von Fahrzeugen erklären und und und…
  • Werbung kann und sollte natürlich auch gepostet werden, aber immer “dosiert”.
  • Aktionen wie Gewinnspiele, Umfragen bis hin zu gezielten Werbekampagnen sind im Vorfeld genau zu planen, bitte achten Sie dabei auch auf rechtliche Aspekte und die AGBs/Richtlinien der Plattformbetreiber.
  • Die Feiertags- und Wochenendgrüße (“Was macht Ihr am Wochenende?”) sind auch beliebt – aber immer auf unterhaltsame Weise.

Dabei macht es wenig Sinn, sich ab und zu vor den leeren Bildschirm zu setzen und zu überlegen, was man denn heute schreiben könnte.
Um das Problem einer “Schreibblockade” (oder auch das Gefühl der Überforderung) zu umgehen, bietet sich der Einsatz eines Themen- und Redaktionsplanes an.

Machen Sie sich zunächst eine Liste mit Themen (s. Anregungen oben). Dann erstellen Sie einen Redaktionsplan. Bewährt hat sich dabei ein eigner Kalender z.B. in Outlook oder ein Kalender in Form einer Excel-Tabelle. Wenn im Autohaus ein Marketingplan existiert, kann dieser ja schon als grobe Richtschnur für mögliche Themen und den Zeitpunkt der Postings dienen.

Im letzten Teil zur POST-Methode kommen wir letztendlich bei der Technik an – die Auswahl und Bespielung der geeigneten Social Media-Kanäle.

Social Media Strategie im Autohaus – “jetzt geht die “POST” ab”: Teil 2 – Ziele

Wohin soll die Reise beim Thema Social Media gehen?

Das ist die Kernfrage des zweiten Bestandteiles des POST-Konzeptes. Im ersten Teil ging es um die Zielgruppen,im zweiten Teil um die Ziele, die man mit dem Einsatz von Social Media verwirklichen möchte.

Ziel

O=Objective (Ziele)

Was soll mit Social Media erreicht werden? Diese Frage sollte vor der Umsetzung gestellt werden.

Grundsätzlich kann man zwischen qualitativen und quantitativen Zielen unterscheiden.

Qualitative Ziele

Qualitative Ziele kann man einfach in Form einer Liste notieren. An diesen Zielen orientieren sich die späteren Social Media-Aktivitäten und die Inhalte. Jeder für sich kann anschließend die formulierten Einzelpunkte der Liste priorisieren.

Dies könnten qualitative Ziele sein:

  • Möchte man als Kfz-Unternehmen vor allem die eigene Bekanntheit steigern oder Imagepflege betreiben?
  • Ist das Ziel die Steigerung der Kundenbindung? Oder sollen neue Kunden und Kundengruppen hinzu gewonnen werden?
  • Geht es um die Erhöhung der Reichweite und Steigerung des Traffic auf der eigenen Unternehmenshomepage?
  • Auch die Verbesserung des SEO-Ranking könnte eine Zielgröße sein.
  • Social Media kann auch als günstige und schnelle Möglichkeit für Marktforschung eingesetzt werden. Kundenfeedback (sowohl positives als auch negatives) kann wichtige Erkenntniss bringen.
  • Und nicht zuletzt die Darstellung nach außen als Arbeitgeber einschließlich der Verbreitung von Stellenangeboten über soziale Netzwerke kann ein wichtiges Ziel sein.

Die Liste erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie soll als Anregung dienen.

Quantitative Ziele

Bei den  quantitativen Zielen steht die konkrete Formulierung von Zielgrößen im Vordergrund.

Ein einfaches Beispiel dazu:

  • Etwa könnte ein Ziel sein, die “Zahl der Facebook-Fans zu steigern”. Aber dies ist zu unpräzise und mit keiner festen Zielgröße verknüpft.
  • Besser wäre die Formulierung: “Wir wollen die Zahl der Facebook-Fans auf unserer Facebook-Seite in den nächsten drei Monaten um 20% steigern.” Nach drei Monaten lässt sich die Zielerreichung genau überprüfen: Entwicklung der Facebook-Fans vor und nach der Zieldefinition anhand der Gefällt-Mir-Angaben bezogen auf die eigene Facebook-Seite.

Es geht nicht darum, komplizierte Kennzahlensysteme aufzubauen, sondern Kenngrößen, mit denen sich in der Praxis leicht arbeiten lässt.

Entscheidend ist also sowohl bei den qualitativen als auch bei den quantitativen Zielen, präzise zu formulieren und mit überprüfbaren Meßgrößen zu arbeiten. Auch sollten die Ziele realistisch erreichbar sein, es bringt nicht Luftschlösser zu bauen. Ein konkret definierter Zeitraum oder Zeitpunkt gehört natürlich auch zur Zieldefinition.

Im dritten Teil meiner kleinen Serie, dem Strategieteil, geht es dann um die Planung und Ausgestaltung der eigenen Social Media-Aktivitäten.

Mercedes nicht begeistert von Kurzfilm

Aktuell verbreitet sich nahezu viral ein Kurzfilm in allen möglichen Kanälen der sozialen Medien. In einer Abschlussarbeit von drei Studenten an der Filmakademie Baden-Würtemberg ist in der Hauptrolle ein Mercedes Benz und das Bremssystem des Fahrzeuges zu sehen.

Am besten mal selbst reinschauen unter diesem Link.

Der schwarze Humor des Filmes gefiel Mercedes nicht. Die Filmemacher mussten deutliche Hinweise nachträglich im Film unterbringen, dass es keine Autorisierung durch Mercedes gibt und dass keinerlei Verbindung zu Mercedes bzw. zur Daimler AG besteht.

Die Haltung von Mercedes muss man natürlich anerkennen und akzeptieren. Aber es zeigt sich wieder, welche Macht und starke Verbreitung Social Media heute haben.

An vielen Stellen wird darüber diskutiert, ob der Film (der ja kein geplanter Werbespot ist) der Marke Mercedes schadet oder ob vielleicht sogar ein postiver Effekt auf das Image der Mercedes-Fahrzeuge davon ausgeht. Die Meinungen schwanken zwischen “geschmacklos” und “super” oder “genial”. Aber auch die Distanzierung von Mercedes zu diesem Film löst Kontroversen aus.

Bin auf Eure/Ihre Meinungen gespannt!

Social Media Strategie im Autohaus – “jetzt geht die “POST” ab”: Teil 1 – Zielgruppen

Social Media Strategie

Strategieansatz für Social Media im Autohaus

Da in letzter Zeit viel darüber geredet und geschrieben wird, dass sich Autohäuser und andere Kfz-Unternehmen wie Werkstätten oder Reifenhändler mit dem Einsatz von Social Media im Marketing vielfach noch schwer tun oder diese Medien noch gar nicht beachten, möchte ich aus Sicht eines Beraters einige Tipps geben, wie man systematisch an diese Sache rangehen kann.

Ich gebe zu, mir ging es am Anfang auch so: Ich habe für unsere Firma eine Facebook-Seite aufgemacht, ewig am Titelbild gebastelt und dann mal geschaut, was passiert. Nicht viel.

Vermutlich gehen auch viele Autohäuser und andere Kfz-Betriebe hinsichtlich Social Media so vor. Erst nachdem ich mich intensiver mit der Materie beschäftigt habe, ist mir aufgegangen, dass ein strategisches Vorgehen beim Einsatz sozialer Medien sinnvoll ist.

Ein (theoretischer) Ansatz, der in Fachbüchern oft als einer der ersten Strategieansätze für Social Media angeführt wird, ist die POST-Methode von Charlene Li und Josh Bernoff.

Die Buchstaben POST stehen dabei für:

  • P = people, damit ist die Zielgruppe gemeint, die mit Social Media-Aktivitäten angesprochen werden soll;
  • O = objectives, Ziele;
  • S = strategy, also der konkrete Plan für die Umsetzung, sowie
  • T = technology, womit die dann tatsächlich eingesetzten Social Media-Kanäle wie Facebook und Co. gemeint sind.

Das interessante bei dem Konzept ist aus meiner Sicht, dass man sich zunächst grundsätzlich Gedanken zur strategischen Ausrichtung macht und sich erst im letzten Schritt mit der Technik beschäftigt.

In einer leicht abgewandelten und vor allem praxisorientierten Form empfehle ich dieses Konzept Kfz-Betrieben, die eine längerfristigen Einsatz von Social Media im eigenen Marketing planen. Aber auch Betriebe, die schon in sozialen Netzen mehr oder weniger professionell aktiv sind, sollten einen Blick auf diesen Ansatz werfen und eventuell ihr Konzept überarbeiten oder optimieren.

In einer kleinen Serie möchte ich nacheinander die vier Bestandteile des POST-Ansatzes näher unter die Lupe nehmen und kurze Anregungen für die Umsetzung in einem Autohaus geben.

Zielgruppe

P=people (Zielgruppen)

Wen sprechen wir an? Im ersten Teil des Konzeptes definiert man die Zielgruppe(n), die man über Social Media-Kanäle erreichen möchte.

Im Autohaus steht die Gruppe der Endkunden, die Kunden im Vertrieb und in der Werkstatt sicherlich an erster Stelle bei der Betrachtung der Zielgruppen an erster Stelle. Diese halten sich in der Regel in sozialen Netzwerken, aber auch in Automobilforen und seit nicht allzu langer Zeit in Bewertungsportalen auf.

Aber auch Gruppen wie gewerbliche Kunden, Flottenkunden und weitere Geschäftspartner sind eine nicht zu unterschätzende Gruppe, die über soziale Medien angesprochen werden können. Machen Sie sich eine Liste mit den Gruppen, die für Ihren Betrieb eine Rolle spielen und machen Sie sich Gedanken darüber, auf welchen Social Media Kanälen diese Menschen “unterwegs sind”.

Oft vergessen wird eine weitere Zielgruppe: die eigenen Mitarbeiter und potentielle neue Mitarbeiter bzw. Bewerber. Auch diese sind Teil einer Gesamtstrategie. Insbesondere mögliche neue Mitabeiter machen sich (auch) über die Social Media-Aktivitäten ein erstes Bild vom Unternehmen.

Im nächsten Beitrag gehe ich auf den zweiten Bestandteil der POST-Methode ein, die Ziele (objectives).

Neuwagen-Angebote über Internet – Angriff auf den klassischen Automobilhandel?

Neuwagenverkauf über Internet – Tendenz steigend

Derzeit geistern die Begriffe Neuwagen und Online-Vertrieb wieder stark durch die Presse. Sogar die Wirtschaftswoche widmet sich in der letzten Ausgabe diesem Thema in einem längeren Artikel.

BMW will das Elektroauto i3 ausschließlich online verkaufen. Der Händlerverband reagiert verärgert. Mercedes startet Ende 2013 mit dem Online-Verkauf von Neuwagen. Auch wenn diese Projekte oft nur ein zartes Pflänzchen sind im gesamten Vertriebssystem oder nur auf Pilotstandorte einzelner Marken beschränkt sind, scheint die Marschroute doch festzustehen.

Es geht bei Neuwagen immer mehr in Richtung Online-Vertrieb. Fraglich ist nur, wer davon am meisten profitieren oder einstecken wird.

neuwagen-online

Man muss nur mal den Begriff “Neuwagen” bei Google eingeben. Sofort werden Begriffe ergänzt, die aus dem Bereich Internetverkauf kommen. Ruft man die Suche auf, stehen an erster Stelle Fahrzeugplattformen wir Meinauto.de, Autohaus24 oder Mobile.de – auch bei den organischen Suchtreffern. Danach folgen die Herstellerseiten, Händlerseiten erst auf den nächsten Seiten.

Ziele der Autohersteller beim Thema Neuwagen-Internetvertrieb

Welche Ziele könnten die Hersteller verfolgen, die aktuell auf das Thema Online-Vertrieb von Neuwagen setzen?

  • Das Suchverhalten und Kaufverhalten der Kunden verlagert sich in Richtung Online. Darauf reagieren die Hersteller. Bei manchem Autohändler scheint diese Erkenntnis noch nicht angekommen zu sein. Bestimmt wird eine immer größer werdende Kundengruppe Neufahrzeuge nur noch online anschauen, konfigurieren und bestellen, ohne der Weg ins Autohaus zu nehmen. Und dies werden nicht nur die Schnäppchenjäger sein.
  • Natürlich soll mit einem weiteren Vertriebsweg der Neuwagenabsatz angekurbelt werden. Der Marktdruck ist zu groß, um lukrativeVertriebskanäle außer Acht zu lassen.
  • Vielleicht traut man dem stationären Autohandel künftig weniger zu, die Kunden zum Neuwagenkauf zu bewegen. Dies sprechen aber die wenigsten offen aus.

Ob die Aktivitäten der Hersteller wirklich ein “Angriff” auf den klassischen Autohandel sind, bleibt zu diskutieren.

Fest steht aber, dass mancher Händler aus seinem Schneckenhaus kommen müsste und sich den Marktgegebenheiten anpassen muss. Außerdem werden die Hersteller mittel- und langfristig mit dem Internetvertrieb “ernst machen”.

Dieses Thema bietet viele Facetten und es bleibt interessant zu beobachten, wie sich die Marktplayer auf die Anforderungen der
Endkunden einstellen werden. Meinungen dazu?

Ergänzung 28.7.2013: Audi setzt beim Thema Internet und Neuwagen auf die Zusammenarbeit mit der Händlerschaft. Der Audi-Händlerberat reagiert positiv darauf. Quelle: kfz-betrieb Online vom 26.7.2013

Online Bewertungsportale sind in Automobilbranche angekommen

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Bewertung – Bewertung – Bewertung

Alles wird im Internet von Kunden bewertet – wer kennt nicht die klassischen Bewertungen und Rezensionen auf Amazon.de? Produkte wie Bücher, CDs oder Elektronikgeräte, die dort weniger als vier oder fünf Sterne bekommen, sind fast schon zum Sterben verurteilt. Auch Hotels, Restaurants und sogar Arbeitgeber werden schon länger auf diversen Internetportalen bewertet. Online Bewertungsportale für Kfz-Unternehmen sind ebenfalls bereits Realität.

Interessanterweise wissen viele Autohaus- oder Werkstattbetreiber davon nichts oder stecken (noch) den Kopf in den Sand. Oft schlummern etliche Online Bewertungen ungesehen und unbeantwortet im Internet – und oft genug enthalten sie negative Kommentare oder Beschwerden.
Was sollen die Betriebe damit anfangen? Ignorieren oder als Chance zum Dialog mit dem Kunden nutzen? Die Portale und Bewertungsmöglichkeiten im Internet sind einfach da –
also kann einen Vogel-Strauß-Politik keine Lösung sein.

Unterschiedliche Plattformen für Kundenmeinungen

Welche Alternativen hat der Kunde, um seine Meinung über ein Autohaus oder eine Werkstatt, Reifenbetrieb etc. im Netz abzugeben?

  • Google Local: Wenn ein Betrieb über Google gesucht wird, wird direkt unter dem Suchergebnis mit der Adresse des Betriebes die Bewertung angezeigt, sofern vorhanden. Bewertungen auf verschiedenen Plattformen lassen sich so mit ein oder zwei Klicks abrufen.
  • Übergreifende Portale wie qype (demnächst unter dem Namen yelp)
  •  Social Media: In sozialen Netzwerken können die Kunden natürlich auch Bewertungen schreiben und neuerdings auch ein Sterne-System für die Bewertung nutzen.

Allen Portalen gemeinsam ist ein Bewertungssystem mit Sternen oder Punkten ähnlich der eingangs erwähnten Amazon-Bewertungen. Die professionellen Plattformen
sind kostenpflichtig, wenn ein Premium-Zugang genutzt wird. Beim Premium-Zugang werden den Kfz-Unternehmen mehr Optionen freigeschaltet, etwa die Antwort auf Kundenbewertungen, besseres Listing in Suchmaschinen, Verlinkung mit der Unternehmenshomepage, detaillierte Analysen und weitere interessante Punkte.

Die anderen Kanäle sind kostenlos, aber teilweise eingeschränkt zu nutzen, z.B. können die Wertungen aus Google Local nicht direkt auf der eigenen Seite angezeigt werden.

Wie können die Betriebe mit den Bewertungsplattformen umgehen?

Jeder Inhaber oder Geschäftsführer sollte sich eine Strategie zurechtlegen, wie er mit Kommentaren zum eigenen Unternehmen umgeht. Ignorieren der Beurteilungen ist sicherlich kein Bestandteil dieser Strategie.
Das regelmäßige Monitoren der Beiträge zum Betrieb ist die erste und wichtigste Maßnahme.

Jeder Beitrag eines Kunden bietet die Chance zum Kundendialog!
Es gibt zwei mögliche Reaktionen auf die Kommentare:

  • Für ein Lob oder eine positive Bewertung des Verkaufs oder der Werkstattleistungen sollte man sich beim User kurz bedanken. Dies wird oft vergessen.
  • Die “unangenehmere” Aufgabe ist die Antwort auf Beschwerden und Kritik. Am schlimmsten ist es, diese unbeantwortet zu lassen. Im Laufe der Zeit könnte
    so eine ganze Reihe von kritischen Kommentaren auflaufen und sich ein negatives Bild des Unternehmens aufbauen. Aufnahme der Kritik und das Anbieten von Lösungen oder die Verlagerung der Kommunikation auf andere Kanäle (z.B. Telefon) zeigt nach außen einen positiven Umgang mit Kundenreaktionen.

Es macht aus meiner Sicht Sinn, das Thema Online Bewertungen offensiv anzugehen und für sich selbst zu nutzen.

Warum sollte man nicht seine Kunden bitten, im Internet Erfahrungen mit dem Autohaus oder der Werkstatt mitzuteilen und eine Bewertung abzugeben? So ergibt sich langfristig ein realistischen Bild mit (hoffentlich vielen!) positiven Beiträgen und auch negativen Bewertungen, auf die reagiert werden kann.

Ob sich eine der Plattformen durchsetzen wird oder ob mehrere parallel existieren werden, wird sich in Zukunft zeigen.

Apps im Auto – möchte das der Kunde?

apps auto

In-Car Apps

Ins Auto einsteigen, Musik über Spotify starten und sich die neuesten Facebook-Nachrichten anzeigen oder vorlesen lassen – Zukunftsmusik oder bald alltägliche Routine für deutsche Autofahrer?

Dem Markt für Apps in Fahrzeugen wird ein starkes Wachstum in den nächsten Jahren prognostiziert. Eine Studie von Jupiter Research spricht aktuell von einem kommenden Millardenmarkt. (näheres auch im Blog Blogomotive)

Doch will der Autokunde sich mit Apps während der Autofahrt beschäftigen? Einer Befragung von 1000 Autofahrern durch die Zeitschrift kfz-betrieb  (“Internet im Auto eher unwichtig”) zufolge stehen vor allem elektronische Systeme im Vordergrund, die der Sicherheit dienen (Fahrassistenzsysteme).

Dafür geben die Fahrer auch gerne etwas mehr aus als für Unterhaltungssysteme im Auto, die sich z.B. über Apps bedienen lassen.

Die Autohersteller arbeiten mehr oder weniger fieberhaft an der technischen Umsetzung der elektronischen Helfer im Auto.
Doch was müssen Apps in Automobilen bieten, um von den Kunden künftig akzeptiert und genutzt zu werden?

  • Leichte Bedienung der Apps im Auto ist das A und O.
  • Die Verbindung mit dem Smartphone sollte reibungslos funktionieren.
  • Der Sicherheitsaspekt: Die Bedienung der Apps sollte den Fahrer nicht ablenken.
    Bei Musik-Apps bietet sich etwa die Steuerung am Lenkrad an.
  • An der Bedienung der Apps durch Sprachsteuerung müssen die Hersteller sicher noch weiter arbeiten.
  • Und zu guter Letzt – der Preis wird auch hier über den künftigen Erfolg der Apps in Fahrzeugen entscheiden.

Im Idealfall (aber wann gibt es den schon?) würde eine Win-Win-Situation zwischen Kunde und Hersteller entstehen. Die Autofahrer profitieren vom Komfort durch die Apps im Fahrzeug. Die Hersteller können Daten über den Kunden sammeln, insbesondere für das Werkstattgeschäft ergeben sich so neue Perspektiven (Erfassen von Fahrzeugdaten, Inspektionen, Informationen wie Reifendruck – alles möglich).

Eine Übersicht mit aktuellen In-Car Apps folgt an späterer Stelle – oder hat schon jemand eine Lieblingsapp im Auto?