Neues Auto-Internetportal für die Zielgruppe Frauen: Car.a.mia

caramia

Frauen und das Automobil

Als ich vor über zehn Jahren die ersten Schritte in der Automobilbranche gemacht habe, war eines der Top-Themen für Autohäuser, dass die Zielgruppe Frauen für den Handel eine immer größere Rolle spielen wird.  Ich erinnere mich an einen Händler, der extra einen Kleinwagen in der Farbe gelb mit einem MP3-fähigen Radio ausgestattet hat und dann als Auto der Woche speziell für Frauen in seinem  Ausstellungsraum platziert hat.

Ich denke die Erkenntnis, dass Frauen eine wichtige Zielgruppe sind, ist in heutiger Zeit in den Betrieben weitgehend angekommen, wenn man auch immer noch hört, dass weibliche Kunden vor allem im Werkstattbereich von oben herab behandelt werden oder ihnen technische Kompetenz abgesprochen wird.

Eine große Zahl von Fahrzeugen ist auf Frauen zugelassen. Und welcher Mann kennt nicht diese Szene aus jeder guten Ehe oder Partnerschaft: Beim Autokauf entscheidet doch die Frau, welches Fahrzeug letztendlich den Zuschlag erhält.

 

Frauen, Automobil und Internet

Doch Frauen schauen anders auf das Thema Auto. Während es bei Männern wohl eher um technische Details und die PS-Zahlen von Autos geht, stehen für Frauen andere Aspekte im Vordergrund. Für Frauen ist das Automobil eher ein Lebensgefühl. Viele Frauen geben ihren Fahrzeugen bekannterweise Namen.

Es war eine Frage der Zeit, wann die Themen Frauen und Automobil ins Internet getragen werden. Für die am Thema Automobil interessierten Frauen wurde kürzlich vom Axel Springer Verlag das Webportal Car.a.mia gestartet.

Unter dem Motto „Wir lieben Autos“ werden im Portal Reportagen, Testberichte, Trends und Geschichten rund um das Automobil geboten. Auch über die aktuell stattfindenden IAA in Frankfurt wird berichtet. Dabei wird neben Artikeln auch auf Portraits von Frauen aus dem automobilen Umfeld und Interviews gesetzt, um das ganze redaktionell anzureichern.

Das Portal orientiert sich im Aufbau deutlich am Netzwerk Pinterest, dass ja mehrheitlich von Frauen genutzt wird. Große Bilder sind vorherrschend und man kann längere Zeit in den Themenwelten und Beiträgen stöbern. Die Kommentarfunktion zu den Beiträgen und die Vernetzung über die Netzwerke Facebook, Twitter und Pinterest laden die Leser dazu ein, sich auszutauschen, zu kommentieren oder Inhalte weiterzuempfehlen.

Für mich ist das Webportal eine kreative Idee, spezielle Zielgruppen im Internet und über Social Media anzusprechen. Ich habe keine Kenntnis, wie weit das Portal bereits verbreitet ist oder genutzt wird. Aber wenn eine kritische Masse erreicht ist, ist dies sicher auch eine interessante Plattform für die Automobilhersteller, sich der Kundengruppe Frau zielgruppengerecht zu präsentieren.

Schauen Sie mal rein – vielleicht gibt es ja auch den ein oder anderen männlichen Leser?

Social Media Strategie im Autohaus – „jetzt geht die „POST“ ab“: Teil 1 – Zielgruppen

Social Media Strategie

Strategieansatz für Social Media im Autohaus

Da in letzter Zeit viel darüber geredet und geschrieben wird, dass sich Autohäuser und andere Kfz-Unternehmen wie Werkstätten oder Reifenhändler mit dem Einsatz von Social Media im Marketing vielfach noch schwer tun oder diese Medien noch gar nicht beachten, möchte ich aus Sicht eines Beraters einige Tipps geben, wie man systematisch an diese Sache rangehen kann.

Ich gebe zu, mir ging es am Anfang auch so: Ich habe für unsere Firma eine Facebook-Seite aufgemacht, ewig am Titelbild gebastelt und dann mal geschaut, was passiert. Nicht viel.

Vermutlich gehen auch viele Autohäuser und andere Kfz-Betriebe hinsichtlich Social Media so vor. Erst nachdem ich mich intensiver mit der Materie beschäftigt habe, ist mir aufgegangen, dass ein strategisches Vorgehen beim Einsatz sozialer Medien sinnvoll ist.

Ein (theoretischer) Ansatz, der in Fachbüchern oft als einer der ersten Strategieansätze für Social Media angeführt wird, ist die POST-Methode von Charlene Li und Josh Bernoff.

Die Buchstaben POST stehen dabei für:

  • P = people, damit ist die Zielgruppe gemeint, die mit Social Media-Aktivitäten angesprochen werden soll;
  • O = objectives, Ziele;
  • S = strategy, also der konkrete Plan für die Umsetzung, sowie
  • T = technology, womit die dann tatsächlich eingesetzten Social Media-Kanäle wie Facebook und Co. gemeint sind.

Das interessante bei dem Konzept ist aus meiner Sicht, dass man sich zunächst grundsätzlich Gedanken zur strategischen Ausrichtung macht und sich erst im letzten Schritt mit der Technik beschäftigt.

In einer leicht abgewandelten und vor allem praxisorientierten Form empfehle ich dieses Konzept Kfz-Betrieben, die eine längerfristigen Einsatz von Social Media im eigenen Marketing planen. Aber auch Betriebe, die schon in sozialen Netzen mehr oder weniger professionell aktiv sind, sollten einen Blick auf diesen Ansatz werfen und eventuell ihr Konzept überarbeiten oder optimieren.

In einer kleinen Serie möchte ich nacheinander die vier Bestandteile des POST-Ansatzes näher unter die Lupe nehmen und kurze Anregungen für die Umsetzung in einem Autohaus geben.

Zielgruppe

P=people (Zielgruppen)

Wen sprechen wir an? Im ersten Teil des Konzeptes definiert man die Zielgruppe(n), die man über Social Media-Kanäle erreichen möchte.

Im Autohaus steht die Gruppe der Endkunden, die Kunden im Vertrieb und in der Werkstatt sicherlich an erster Stelle bei der Betrachtung der Zielgruppen an erster Stelle. Diese halten sich in der Regel in sozialen Netzwerken, aber auch in Automobilforen und seit nicht allzu langer Zeit in Bewertungsportalen auf.

Aber auch Gruppen wie gewerbliche Kunden, Flottenkunden und weitere Geschäftspartner sind eine nicht zu unterschätzende Gruppe, die über soziale Medien angesprochen werden können. Machen Sie sich eine Liste mit den Gruppen, die für Ihren Betrieb eine Rolle spielen und machen Sie sich Gedanken darüber, auf welchen Social Media Kanälen diese Menschen „unterwegs sind“.

Oft vergessen wird eine weitere Zielgruppe: die eigenen Mitarbeiter und potentielle neue Mitarbeiter bzw. Bewerber. Auch diese sind Teil einer Gesamtstrategie. Insbesondere mögliche neue Mitabeiter machen sich (auch) über die Social Media-Aktivitäten ein erstes Bild vom Unternehmen.

Im nächsten Beitrag gehe ich auf den zweiten Bestandteil der POST-Methode ein, die Ziele (objectives).

Social Media-Nutzung in Autohäusern und Werkstätten – Weiterentwicklung oder Stillstand?

Social Media im Autohaus

Unterschiedliche Untersuchungen zu der Nutzung von Social Media-Plattformen durch Autohäuser und Werkstattbetriebe zeigen momentan auf, dass sich bei Inhabern und Geschäftsführern der Unternehmen langsam die Erkenntnis durchsetzt:  Soziale Medien im Netz sind kein kurzfristiger Hype und die Zielgruppen sind dort unterwegs. Übrigens sind dort nicht wie oft angenommen nur jüngere Menschen – die Digital Natives – sondern auch ältere Kundengruppen aktiv.

Die Nutzung von Social Media in den Betrieben steigt nicht rasant an, aber immerhin ist in den letzten zwei Jahren ein positiver Trend zu erkennen. Die künftige Entwicklung zu beobachten wird interessant.

Viel wichtiger erscheint mir allerdings, mit welchem Ziel Social Media in den Betrieben eingesetzt wird. Das bloße Mitmachen, weil alle es machen, wird wahrscheinlich bei vielen schnell zur Ernüchterung führen.

In einer Befragung, die von der BBE Automotive für die Zeitschrift kfz-betrieb durchgeführt wurde, sagten etwa ein Viertel der Autohaus-Manager und fast die Hälfte der Werkstattinhaber, dass ihnen Social Media „nichts bringen“. Diesen Einwand hört man oft. Postings auf Plattformen oder Blogbeiträge schlagen sich nun mal nicht direkt in Neuwagenverkäufen oder mehr Serviceumsatz nieder. Aber ist es nicht auch schwer messbar was etwa eine Werbeanzeige in der regionalen Tageszeitung „bringt“?

Über den „Umweg“ Kundendialog und das Bieten von Mehrwert über Social Media schafft man bei den Kunden eine Bindung an den eigenen Betrieb. Man bleibt im Gedächtnis der Menschen. Und oft gewinnt man auch neue Kunden hinzu.

Dazu ist es wichtig, sich eine Strategie für den Einsatz der sozialen Medien zu überlegen. Welche Ziele möchte man erreichen? Sind die nötigen zeitlichen und personellen Ressourcen zur Umsetzung dieser Strategie verfügbar?

Viele Beispiele von Kfz-Betrieben, die Social Media bereits sehr gut in ihre Unternehmens-kommunikation integriert haben, zeigen in die richtige Richtung.

Schauen wir, wie es mit diesem spannenden Thema weitergeht.