Kein Einstieg ohne Ziel und Strategie – 7 Fragen zum digitalen #automarketing an Axel Wolf

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In diesem Teil meiner Blog-Artikelreihe kommt Axel Wolf zu Wort, der über seine Arbeit bei einem Kfz-Teilegroßhändler und der Zusammenarbeit mit freien Werkstätten mit der Zeit auf das Thema Online-Marketing speziell für Werkstatt-Betriebe kam. Diese unterstützt er nun mit Konzepten zum Online-Marketing und Social Media und kümmert sich auch um die Umsetzung. Spannend, seine Erkenntnisse aus der Sicht des freien Marktes zu lesen.

 

Ein paar Worte zu dir: Wer bist du, was machst du beruflich?

Mein Name ist Axel Wolf, geboren in Soltau. Ich fühle ich mich vor allen in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Social Media zu Hause. Mit Kreativität, technischen Verständnis und meiner Erfahrung im Web 2.0 inszeniere ich übergreifende Gesamtkonzepte, von der Idee bis zur Umsetzung in Bild, Video und Webdesign.

Im Zuge meines jetzigen Arbeitsplatzes konnte ich bereits einige Einblicke in die Arbeitsweise und den Aufbau eines KFZ Teile Großhandels gewinnen. Dabei ist es besonders die Mischung aus kaufmännischer Tätigkeit und Kreativität, die mir an der Arbeit im Teilehandel gefällt. Ich bin sehr an dem Verlauf des Marktgeschehens, und an der Entwicklung von Marketingkonzepten und der Vermarktung von Produkten im Teilebereich interessiert.

 

In welchen Bereichen bist du im Automobilen Online-Marketing unterwegs?

Ich konzipiere Social Media Strategien und helfe dabei die richtige Kanalauswahl wie z.B. Twitter, Facebook oder Youtube, Google+ bzw. Google my Business zu treffen. Weiterhin helfe ich bei der Erstellung von Postings und berate bei der Themenauswahl. Einholung von Kundenfeedback, E-Mailmarketing und das Tracking von Webseiten runden die Sachen ab.

 

Welche Netzwerke und Kanäle nutzt du privat bzw. beruflich im Netz?

Ich benutze Google+, Tumblr, Facebook, Clever Reach und das Netzwerk Xing für meine beruflichen Kontakte, die Homepage die wir mit unseren Azubis als Projekt gestartet haben ist mit dem Baukasten von Jimdo erstellt.

Wie schätzt du die aktuelle Bedeutung von Online-Marketing für die deutsche Kfz-Branche ein?

In freien Werkstätten ist ein Internetzugang pro Arbeitsplatz sowie ein eigener Internetauftritt bereits Standard geworden, aber der Einsatz von Social Media ist derzeit noch selten anzufinden. Ich finde die Chance über diese Medien die Zielgruppe für seine Produkte und Dienstleistungen zu begeistern riesengroß und auch mit einen kleinen Marketingbudget machbar. Kunden reden untereinander über die Leistungen der Werkstatt – hier hat man die Möglichkeit mitzureden und die sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Man kann mit seinem Unternehmen den Kunden auf Augenhöhe begegnen und die Werkstatt nach außen menschlich darstellen mit Blick hinter die Kulissen, es heißt nicht umsonst “Werkstatt des Vertrauens”. Der Verkauf steht für mich an letzter Stelle, viel wichtiger ist es durch Social Media die Kundenbindung die öffentliche Wahrnehmung und das Image zu stärken, von der Bekanntheit in der Region ganz zu schweigen. Man sollte jetzt schon die Weichen für ein erfolgreiches Online-Marketing stellen und als einen festen Baustein in den Marketing-Mix einplanen.

 

Wie wird sich das Thema künftig weiter entwickeln?

In einer zunehmend digitalisierten Welt haben sich das Internet und die sozialen Medien längst als ein Bestandteil unserer Welt etabliert. Die Jugendlichen treten mit KFZ-Werkstätten über Facebook in Verbindung, erhalten Serviceangebote per WhatsApp und geben bei Bewertungsportalen Ihre Meinung ab. Der Kunde von Morgen will sein Auto digital beherrschen und am besten über sein Smartphone sämtliche Daten vom Auto erhalten. Die Werkstätten müssen bereit sein für diese digitale Ära und sich jetzt schon bereit machen, dieser Revolution zu begegnen und sich Alleinstellungsmerkmale herauszuarbeiten. Spätestens dann wenn die“ antiken“ persönlichen Beziehungen nicht mehr ausreichen um sich neue Geschäftsfelder im Service sowie neuer Kundengruppen zu erschließen.

Hast du Lieblingstools für das Online-Marketing?

Für das Erstellen von z.B. Facebook Postings nutze ich das kostenlose Tool www.canva.com. Für das Videomarketing oder kurze Erklärvideos benutze ich www.powtoon.com. Hier ein Beispiel von mir, in dem ich für eine Werkstatt Klimaanlagen-Service für den Endkunden erkläre:

App-Baukasten für die mobilen Kunden: http://appyourself.net/de – hier ein Beispiel von einer Werkstatt App “D. Harraß Kfz Service” welche wir zusammen erstellt haben http://d-harrass-kfz-service.appyourself.net/

Freie Bilddatenbank: www.pixabay.com.

 

Welche Tipps oder welche Empfehlungen hast du für Einsteiger im automobilen Online-Marketing?

Kein Einstieg ohne Ziel und Strategie – frei nach dem Motto wer keine Ziele hat kann auch nichts erreichen. Ziele definieren:

  • Bekanntheitsgrad steigern
  • Neue Kunden gewinnen
  • Beziehungspflege der Kunden
  • Neue Zielgruppen ansprechen
  • Neue Mitarbeiter gewinnen
  • Produktinformationen verteilen
  • Vertrauen zu den Kunden aufbauen
  • Marktforschung bei den Kunden
  • Interaktionen mit Kunden
  • Service & Support
  • Zielgruppen definieren: Führerscheinneulinge, Stammkunden, Angestellte, Schüler, Flottenkunden, Fahrschulen etc.

Für den ersten Eindruck gibt es bekanntlich keine zweite Chance, das gilt auch z.B. für Facebook. Also am besten vorher etwas Zeit nehmen, um den Info-Reiter mit Unternehmensdaten zu füllen, das muss am Anfang noch nicht gleich perfekt sein aber zu große Lücken sind nicht gerade förderlich für das Vertrauen.

Seite bekannt machen und Fans gewinnen! Die ersten Kunden-„Fans“ sind schnell gewonnen, durch Freunde und Bekannte, die alle selbst Facebook nutzen ist der erste Schritt schnell gemacht. Auch durch Informationen an die Kunden & Geschäftspartner das man jetzt auf FB aktiv ist.

Ansonsten noch die Facebook Adresse auf die Rechnungen drucken und den Link zu seiner E-Mail Signatur hinzufügen. Auch einen Flyer kann man sich drucken lassen, den man dann noch zusätzlich Rechnungen beilegen kann oder nach einer Inspektion auf dem Beifahrersitz des Kunden liegen lassen kann.

Auch die direkte Ansprache bei Zufriedenheit des Kunden, eine positive Bewertung auf Facebook zu hinterlassen ist hilfreich, die Bewertungen kann man auch auf seiner Homepage einbinden.

 

Ich finde positiv, dass Axel sehr pragmatisch an die Themen herangeht. Im Werkstattbereich wohl eine gute Strategie. Die Tools zur Erstellung kleiner Erklärungsvideos oder Image-Videos kannte ich vorher nicht – interessant besonders für den Einstieg und sicher ohne großen Aufwand machbar. Ich möchte noch hinzufügen, dass in allen verwendeten Kanäle rechtliche Aspekte beachtet werden müssen – Impressum, Bildrechte etc.

 

Hier die Links zu den Web-Auftritten von Axel:

http://apps4business.jimdo.com/

https://about.me/axelwolf

Onlinevertrieb von Autos über die Händlerhomepage?

online einkauf internet auto

 

Seit einiger Zeit bietet der Mercedes- und Smart-Händler Beresa, der im Großraum Münster mehrere Autohaus-Standorte betreibt, die Möglichkeit, Gebrauchtwagen aus dem eigenen Angebot direkt online zu kaufen. (Mehr dazu hier)

Die Gebrauchten des Autohauses lassen sich auf der Unternehmenswebsite über eine Suchmaske nach Marken und anderen Kategorien eingrenzen. Soweit nichts neues. Das Besondere: Bei jedem angezeigten Fahrzeug wird rechts neben den Fotos und Angaben zum Auto der Button „Fahrzeug online kaufen“ angezeigt. Ein Klick darauf führt auf ein Online-Bestellformular.

Der Wagen kann vom Kunden abgeholt werden, auf Wunsch liefert Beresa dem Online-Kunden das Fahrzeug aber auch direkt vor die Haustür, das ganze bundesweit. Die Vorteile des Junge Sterne Gebrauchtwagenprogrammes gelten laut Beresa auch für die im Netz gekauften Autos – GW-Garantie, Umtauschrecht und das entsprechende Qualitätssiegel.

Ohne die Angebote von Beresa bzw. Mercedes im Detail bewerten zu können: Ein interessanter und mutiger Ansatz eines Autohauses, in der Online-Vermarktung neue Wege zu gehen! Erste Verkäufe sollen auch bereits über diese Bestellmöglichkeit getätigt worden sein.

Ich stelle mir die Frage, ob die Kunden (und welche) wirklich bereit sind, auf den Button „Fahrzeug online kaufen“ zu klicken und das Fahrzeug wie ein Buch bei Amazon direkt im Netz zu bestellen. Und welchen Nutzen hat ein Autohausbetrieb dadurch?

 

Ich sehe einige Vorteile für die Autohäuser und Autokunden:

  • Das Autohaus kann sich mit dem Start eines eigenen Online-Shops als innovatives Unternehmen in einer Vorreiterrolle darstellen. Dies schadet dem Image des Betriebes sicherlich nicht.
  • Durch die gesteigerte Aufmerksamkeit könnte das Angebot als Frequenzbringer für das Fahrzeuggeschäft dienen.
  • Der Dialog mit den Kunden kann zunehmen, da das Interesse bei den Kunden geweckt wird. Auch wenn der Interessent nicht direkt online bestellen will, nimmt er vielleicht Kontakt zum Autohaus auf, um sich weiter zu informieren.
  • Es schadet dem Autohausbetrieb vermutlich nicht, den Online-Direktvertrieb zunächst auszuprobieren und auszutesten, wie die Kundschaft darauf reagiert.
  • Ein bundesweites Angebot steigert natürlich auch das Kundenpotenzial.
  • Die Attraktivität des Angebotes steigt, wenn die Abwicklung für Interessenten leicht ist und mit Gebrauchtwagenprogrammen kombiniert ist, die dem potenziellen Käufer Sicherheit geben. Das Umtauschrecht spielt hier sicherlich auch eine wichtige Rolle.

 

Auf der anderen Seite stelle ich mir auch eine Reihe von Fragen, ob das direkt Online-Geschäft mit Autos (bereits jetzt schon) funktionieren kann:

  • Hat der Käufer genug Vertrauen in das Angebot und den Anbieter? Immerhin kauft man kein Buch oder eine CD, die Hemmschwelle könnte hier höher sein.
  • Gibt es genügend Interessenten, die ein Fahrzeug ohne physisches Erlebnis vor dem Kauf bzw. einer Probefahrt online bestellen? Untersuchungen wie die Cars Online Studie aus dem letzten Jahr zeigen, dass insbesondere deutsche Käufer Wert auf dieses Einkaufserlebnis legen.

 

Ich bin gespannt, wie sich das Angebot entwickeln wird und ob andere Autohäuser nachziehen werden!

 

Ebenso freue ich mich auf weitere Meinungen zum direkten Online-Verkauf von Fahrzeugen.
Wie steht Ihr dazu?

Drittes ZDK-Carcamp in Mannheim – mein kurzer Rückblick

Carcamp Mannheim 2014 Social Media

 

Carcamp 2014 in Mannheim

Am 26.9.2014 trafen sich bereits zum dritten Mal Interessierte, Laien und Profis aus der Kfz-Branche, um über Social Media und Online-Marketing im Automotive-Umfeld zu sprechen und zu diskutieren.

Ich war zum zweiten Mal auf der Veranstaltung des ZDK. Das Carcamp wurde auch diesmal wieder in der Form eines Barcamps durchgeführt. Die Themen der einzelnen Sessions werden erst am Tag der Veranstaltung morgens von der Gruppe festgelegt. Jeder Teilnehmer hat die Möglichkeit, zu einem Thema einen Vortrag, einen Workshop oder einfach eine Diskussionsrunde vorzustellen und selbst zu gestalten.

Die Sessions werden anschließend an einem Grid übersichtlich zusammengestellt.  Mehr zum Format lässt sich in meiner Zusammenfassung des zweiten Carcamps aus dem letzten Jahr nachlesen.

Es war wieder eine gelungenes Carcamp. Meinungen der Teilnehmer dazu und unterschiedliche Artikel aus der Fachpresse bzw. von Bloggern finden sich auf der Website des Carcamps.

Auch ich hatte wie im letzten Jahr wieder das Gefühl, dass der Tag viel zu schnell vorbei war. Einige Sessions laufen zeitlich parallel, daher konnte man selbst nicht jeden Workshop oder Vortrag besuchen, aber durch den Austausch in den Pausen beim Kaffee oder Mittagessen ergibt sich immer die Möglichkeit, sich über verpasste Sessions zu informieren. Einige Beiträge oder Charts der Sessiongeber lassen sich über die Carcamp-Seite abrufen. Schön war, viele bekannte Gesichter aus dem Vorjahr und Blogger aus der Branche wiederzusehen.

Ich selbst habe Sessions zu Facebook-Werbeanzeigen, Bewertungsportalen im Internet sowie SEO-Einsatz für Autohäuser und Servicebetriebe besucht. Nach dem Mittagessen hatte ich die Gelegenheit, die Ergebnisse der von mir gemeinsam mit Claudia Weiler bzw. dem ZDK durchgeführten Online-Befragung „Online-Marketing in Kfz-Betrieben“ einem größeren Publikum vorstellen zu dürfen. (Weitere Gedankenen zu diesem Thema in einem späteren Beitrag)

Man darf dem Veranstalter sowie den Sponsoren Bosch, Basta Media und BDK zu einem tollen, gut organisierten Carcamp gratulieren!

Neu war in diesem Jahr die Zusammenfassung der Sessions in Form von Thesenkarten, auf denen die Teilnehmer einer Session ihre Eindrücke und Erkenntnisse aufschreiben konnten. Diese wurden am Schluss des Tages in einer Feedbackrunde zusammengefasst.

Was blieb als Fazit übrig?

Schade war, dass beim diesjährigen Carcamp erneut (relativ) wenige Vertreter von Autohäusern und Werkstatt-Betrieben den Weg nach Mannheim gefunden haben – wenn auch mit steigender Tendenz. Ebenso haben sich die grundsätzlichen Headlines aus meiner Sicht nicht wirklich weiter entwickelt. Oft fehlt wichtiges Basis-Wissen zu Online-Marketing und Social Media. Auf der anderen Seite sollte man dies nicht zu pessimistisch sehen: Das Carcamp soll ja gerade unterschiedliche Zielgruppen von Internet-Laien bis Online-Experten ansprechen – und das hat es auch getan!

Also – ich bin 2015 wieder dabei… Ihr auch?

Carcamp 2014

Quo vadis Automobilhandel 2014?

neuwagen

Wohin geht 2014 die Reise?

Zum Jahresende geben viele Beteiligte der Automobilbranche wieder ihre Jahresprognosen für 2014 ab. Werden die Neuzulassungszahlen für Neuwagen nun über dem Niveau von 2013 liegen? Die Experten rechnen mit einem Anziehen der Zulassungszahlen.

Viel wichtiger als die Prognosen, ob die Neuzulassungszahl knapp oder wieder deutlicher über drei Millionen Fahrzeugen liegen wird, erscheint mir die Frage, wie sich der Markt 2014 weiter entwickeln wird. Welche Geschäftsmodelle sind für die Hersteller und vor allem für die Händler erfolgversprechend? Wer verdient auf welche Weise im Jahr 2014 Geld mit neuen Fahrzeugen?

Der Wettbewerb wird auf diesem Markt sicher nicht einfacher für den klassischen Automobilhandel werden. Die Autohersteller – siehe als Beispiele Daimler und BMW – rücken mit eigenen Online-Vertriebskanälen in den Vordergrund. Auch wenn sie noch „in den Kinderschuhen stecken“, sind diese Portale doch eine deutliches Statement der Hersteller.

Der Marktdruck steigt

Aber für den meisten Druck sorgen externe Marktplayer, also Neuwagenbörsen wie meinauto.de, mobile.de und neuerdings auch Sixt, die Fahrzeuge mit hohen Rabatten anbieten. Der ZDK spricht hier von einer „Wettbewerbsverzerrung“. So tickt aber zur Zeit nun mal der Markt. Die große Frage ist: Wie reagieren die Marken und die Händler auf diese Entwicklung? Eine Vogel-Strauß-Politik – Kopf in den Sand stecken – ist bestimmt nicht die richtige Lösung. Viel Zeit für eine Lösung bleibt allerdings nicht, da die Neuwagenbörsen im Internet den Handel sonst schnell hinter sich lassen könnten.

Man kann gespannt sein, welche Lösungen die Hersteller und der klassische Handel finden werden. Ein gemeinsamer Weg der Hersteller und Händler beim Thema Internet-Verkauf scheint sinnvoll. Im kommenden Jahr wird sich sicherlich folgendes zeigen:

  • Gelingt der Hersteller mit dem Handel die Schaffung von gemeinsamen Internet-Plattformen?
  • werden Händler zukünftig eher als Vermittler auftreten, d.h. das Neuwagengeschäft wird im Internet abgeschlossen und der Handel übernimmt Auslieferung, Service und Sicherstellung der Mobilität?
  • Schaffen es die Händler, im Online-Marketing stärker zu werden?
  • Kann jeder Händler für sich und seine Marke(n) ein erfolgreiches und ertragsreiches Geschäftsmodell entwickeln?

Man kann nur hoffen, dass die derzeit vorherrschende – verständliche – Unsicherheit bezüglich der aktuellen Marktsituation und die allgemeine Lethargie in der nahen Zukunft in aktive Händlerschaften umschwenkt, die sich ernsthaft mit dem Online-Vertrieb von Neuwagen auseinandersetzen.

Wie sind die Meinungen dazu?