Selbstcheck für Autohäuser und Werkstätten zu Online-Marketing und Social Media

social media kfz-betrieb

Wie stehen Kfz-Betriebe zu Online-Marketing und sozialen Netzwerken im Internet?

Die Online-Welt durchdringt spürbar auch die Kfz-Branche in Deutschland. Das Such- und Kaufverhalten der Autokunden verlagert sich  immer stärker auf Online-Kanäle. Vorangetrieben wird dieser Trend durch die massenhafte Nutzung mobiler Endgeräte wie Smartphones und Tablets.

Doch welche Rolle spielen derzeit Maßnahmen im Online-Marketing, die eigene Unternehmenswebsite und die Nutzung von Social Media-Kanälen in den deutschen Kfz-Betrieben?

Selbstcheck im Internet

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, haben Claudia Weiler vom  Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, ZDK und ich im Namen der Unternehmensberatung BBE Automotive einen Online-Selbstcheck für Autohäuser und Werkstatt-Betriebe entwickelt. Der Online-Fragebogen zu den den Themenblöcken Online-Marketing, Website und Social Media ist über die Startseite des ZDK abrufbar (www.kfzgewerbe.de).

Die Betriebe erhalten mit der Teilnahme die Möglichkeit, sich selbst im Vergleich zu Unternehmen der gleichen Kategorie zu den genannten Themen einzuschätzen. Am Ende der Befragung gibt es die Möglichkeit, eine kostenfreie individuelle Auswertung anzufordern.

Alle Antworten fließen am Ende des Befragungszeitraumes (12.9.) anonymisiert in eine Gesamtstudie ein. Diese Ergebnisse werden auf dem 3. Mannheimer Carcamp des ZDK am 26.9.2014 vorgestellt und diskutiert. Zum Carcamp verweise ich auf einen älteren Blogbeitrag von mir.

Wir freuen uns, wenn möglichst viele Unternehmen an der Befragung teilnehmen und die Möglichkeit der Selbsteinschätzung für sich nutzen!

 

 

Nachbetrachtung 2. Mannheimer Carcamp – Social Media im Kfz-Betrieb

carcamp2013

Am 11. Oktober 2013 fand in den Räumlichkeiten von Fuchs Schmierstoffe zum zweiten Mal das Mannheimer Carcamp  statt, bei dem sich alles um das Thema Social Media im Kfz-Betrieb drehte. Initiiert wurde die Veranstaltung vom ZDK.

Rund 60 Teilnehmer mit unterschiedlichem Background nahmen teil – Berater, Blogger, am Thema interessierte Vertreter aus Autohäusern und freien Werkstätten und Journalisten.

Als Veranstaltungsformat wurde das sogenannte Barcamp gewählt, bei dem nur ein generelles Oberthema feststeht und die einzelnen Sessioninhalte erst vor Ort von den Teilnehmern festgelegt werden. Das schöne daran ist, dass sich jeder aktiv mit einem Referat, Vortrag oder einer Diskussionsrunde beteiligen kann, auch ohne große Vorbereitung. Die Sessions werden auf einem Grid eingetragen und jeder kann für die sich interessante Sessions auswählen. Ein kleiner Nachteil ist, dass einige Sessions parallel laufen und man die Qual der Wahl hat. So passte in meinen Terminplan leider auch nicht die von Fuchs angebotene Werksführung.

Für mich war es das erste Barcamp – ein erfrischendes Format, das zum Austausch und zu Diskussionen anregt. Man konnte auf diese Weise Social Media von unterschiedlichen Perspektiven aus betrachten. In den professionell ausgestatteten Seminarräumen konnte man sofort in kleinen oder größeren Gruppen durchstarten.

Einige Kontakte kannte ich vorher nur über Online-Kanäle und über das Bloggen und hatte nun Gelegenheit, sie „live“ zu treffen. @derekfinke  @skodaportal

Nach der Begrüßung durch Claudia Weiler vom ZDK und den Gastgeber Fuchs Schmierstoffe ging es auch schon los.

Session-Themen

Die Themen der Sessions waren vielfältig. Ich gebe hier einen kurzen Überblick. Da ich nicht alle Sessions besuchen konnte, kann ich nicht zu allen Themen ausführlicher berichten.

  • Ich selbst habe ein Konzept vorgestellt, wie man als Kfz-Betrieb (unabhängig ob Autohaus oder Werkstatt) eine Strategie bzw. ein Konzept für die eigenen Aktivitäten in Social Media aufbaut. Kurz gesagt sollte man nicht damit beginnen, sich mit den Online-Kanälen zu beschäftigen, sondern zunächst seine Ziele/Zielgruppen festelegen und anschließend einen Plan für die konkrete Ausgestaltung und die Umsetzung im Betrieb erstellen (Inhalte, Ressourcen).
  • Social Media Monitoring: Hier gab es eine kurze Einführung, welche vielfältigen Möglichkeiten es gibt, Social Media Kanäle zu monitoren. Angefangen vom einfachen Google Alert bis hin zur High-End Lösung, die mit (teueren) Software-Paketen gefahren wird.
  • Social Media aus der Praxis für die Praxis: In einer kleinen Gruppe wurde diskutiert, welche Bedeutung soziale Medien für Autohäsuer und Werkstätten haben. Oft scheitern die Aktivitäten am geringen Zeitbudget der Inhaber oder Verantwortlichen im Betrieb. Die Frage nach dem „was bringen mir Social Media“ kann man nicht so einfach beantworten. Im Grunde muss man bei jeder Marketingaktion auf Erfolge hoffen und diese so gut es geht messbar machen. Was einem Betrieb das Verteilen von Flyern „bringt“, ist ja ähnlich schwer zu beantworten.
  • Die Session „Social Media Kickstart“ ging in die Richtung meiner eigenen Session. Als entscheidend herausgestellt wurde auch hier, dass man für Social Media ein Konzept benötigt und sich zunächst mit den eigenen Zielen auseinandersetzen muss. Die Wahl der Social Media Kanäle sollte nach der Zielgruppe ausgerichtet sein.
  • Am späten Nachmittag konnte man noch einen Eindruck gewinnen, wie die Marke Mercedes an soziale Medien im Internet herangeht. Erfreulich fand ich, dass Mercedes für den Handel ein großes Social Media-Paket für die Betriebe geschnürt hat. Ohne in die Freiheit bei der Gestaltung z.B. von Facebookseiten der Mercedes-Betriebe einzugreifen, bietet Mercedes den Partnern kostenfreie Module, die sich mit wenigen Klicks in die eigene Seite integrieren lassen.

Die weiteren Themen, zu denen ich inhaltlich nichts weiter sagen kann:

  • Datenschutz – (k)ein Recht für Facebook?
  • Bloggen
  • Cyberwar/Überwachung durch die NSA
  • Was ist ein Barcamp?
  • Azubi-Marketing über Social Media
  • Die Rolle von Bewertungsplattformen für Kfz-Betriebe
  • Crowdsourcing
  • Best Practice Social Media
  • Ersetzen Social Media-Kanäle die Corporate Website?
  • Freie Werkstätten in Social Media

Zu einigen Sessions können die Slides auf der Seite der Carcamp-Community heruntergeladen werden. Ein gute Sache, da man nicht alle Sessions gleichzeitig besuchen konnte. Fotos sind auch bereits dort einsehbar.

Was bleibt?

Insgesamt gesehen zogen die Teilnehmer – mich eingeschlossen – ein sehr positives Fazit. Der rege Austausch und die Diskussionsmöglichkeiten und viele neue Kontakte zählen für mich neben der sehr gute Organisation zu den Pluspunkten.
Aus meiner Sicht ist ein Tag zu kurz, vertiefen könnte man die Themen besser, wenn das Carcamp über zwei Tage gehen würde. Schade auch, dass die Autohäuser, Werkstätten und Automobilhersteller nicht sehr stark vertreten waren.

Im Bereich Social Media steckt für die Branche noch viel Potenzial, aber auch noch viel Arbeit vor den Betrieben.