Autohersteller entdecken Corporate Blogs für sich

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Ford bloggt! So ging heute eine Meldung über verschiedene Twitter-Accounts. Dies möchte ich zum Anlass nehmen, mir anzuschauen, wie die Automobilhersteller in Deutschland das Thema Corporate Blog für die Unternehmenskommunikation nutzen.

Welche Hersteller bloggen?

Ford ist nicht der einzige Hersteller, der ein eigenes Blog gestartet hat. Daneben gibt es…

  • …bereits seit 2007 das Blog von Daimler („Einblicke in einen Konzern“). Hier findet sich eine beeindruckende Anzahl von Beiträgen zum Unternehmen Daimler, zu Karrierethemen und natürlich zu den Konzernfahrzeugen. Auch über neue Technologien, Mitarbeiterthemen und die Unternehmenskommunikation wird hier gebloggt.
  • Das Blog von Opel, auf dem neben dem Unternehmen auch über technische Themen, Elektromobolität, Motorsport und Classic Cars geredet wird.
  • Die Website von Audi („Einblicke für Medienprofis“), auch hier werden neben dem Unternehmen Audi Technologien, Motorsport und Karrieremöglichkeiten bei Audi diskutiert.

Was spricht eigentlich für ein Corporate Blog?

In den klassischen Social Media Kanälen wie Facebook, Youtube, Twitter und Instagram haben die Hersteller bereits durchaus beträchtliche Nutzerzahlen angesammelt. Warum also noch die Mühe machen ein eigenes Blog zu betreiben?

Anscheinend haben die genannten Hersteller die Vorzüge eines Blogs für sich erkannt. In erster Linie denke ich daran, dass man eine Blog-Seite an die Marke indivduell anpassen kann. Man wird unabhängiger vom Korsett, dass man bei anderen Social Media Kanälen „aufgezwängt“ bekommt und ist viel freier in der Gestaltung der Inhalte. Wirklich eigene Formate lassen sich auf den Social Media Plattformen oft nur begrenzt realisieren.

Auf der anderen Seite bedeutet ein Blog natürlich auch einen höheren Aufwand bei der regelmäßigen Pflege der Seiten und der Inhalte. (Zu den Vorzügen von Corporate Blogs habe ich mich schon an anderer Stelle in meinem Blog geäußert).

Bei Social.Ford möchte man mit Geschichten, die unterhalten oder einen Mehrwert bieten, vorhandene Fans, aber auch neue Zielgruppen ansprechen. Mehr dazu im Interview mit dem Social Media Team.

Derzeit bietet man eine Mischung aus Werbesports von Ford, Testberichten zu Fahrzeugen und Storys über Ford-Fans, die stolz ihre Ford-Sammlung präsentieren, oder ein Bericht über Ford-Modelle, die Menschen mit einem Handicap das Fahren erleichtern. Auch die Formate wechseln zwischen Videos, Texten und Bildern.

Als Blog-Fan bin ich gespannt, wie sich die Seite weiter entwickeln wird und ob Ford den – aus meiner Sicht lohnenswerten – eingeschlagenen Weg konsequent weiterführen wird!

Autohäuser und Unternehmensblogs – warum das auch noch?

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Ja warum denn?

Ein Blog für den eigenen Autohaus-Betrieb betreiben: Das klingt zunächst nach viel Arbeit und wenig Nutzen. Es ist doch viel einfacher und schneller damit getan, eine Facebook-Seite oder einen Twitter-Account einzurichten.
Verkauft man mit Blogs mehr Autos oder füllen sich die Auftragsbücher in der Werkstatt?

Wie bei allen Social Media-Kanälen geht es auch beim bloggen in erster Linie um Kundendialog.
Der Verkauf kommt später.  (weiter unten kommt noch ein gutes Beispiel dazu 😉 )

Authentizität ist beim Thema soziale Medien das Zauberwort. Und hier spielt ein Unternehmensblog seinen großen Vorteil aus:
Wo sonst als im Blog hat man im Vergleich zu den relativ starren Gestaltungsmöglichkeiten bei Facebook, Twitter und Google plus mehr Freiheiten im Design der Seite?
Und womit kann man den Auftritt der Seite besser an das Autohaus, an die Corporate Identity und die ganz eigene Unternehmenskultur anpassen als in Blogs?
Es geht darum, eigene Geschichten zum Unternehmen zu erählen.

Auf die anderen Social Media-Kanäle muss ja nicht verzichtet werden. Im Gegenteil, diese lassen sich ebenso frei mit den Blog-Inhalten verbinden. Mit einem Blog ist man aber weitaus unabhängiger von den „Launen“ der Plattform-Betreiber wie Facebook, die permanent ihre Layouts oder  AGBs ändern- oft genug über den Kopf der user hinweg. „Owned Media“ haben da ihre Vorteile. Ganz nebenbei sind Blogs „langlebiger“ als Postings in anderen Kanälen, die irgendwann in den Newsstreams der Fans und Follower untergehen.

Über was lässt sich in Autohaus-Blogs schreiben? Neben den fast obligatorischen Modell-Neuheiten kann man über alles wichtige, interessante und witzige aus dem Unternehmen oder dem Unternehmensalltag schreiben. Warum nicht mal die Mitarbeiter des Betriebes vorstellen? Neuigkeiten wie Umbauten oder Neubauten lassen sich z.B. zu Serienbeiträgen ausbauen. Aktionen und Feste kann man gut in einem Fotoalbum festhalten.
Nützliches für den Leser lässt sich auch immer einbauen. Etwa ein Auto-ABC mit Tipps rund ums das Auto, Autowissen, die Autopflege oder Erklärungen zu Autoreparaturen. Stoff gibt es genug dafür.

Aber ohne eines funktioniert ein Blog wohl kaum: der Spass am regelmäßigen Schreiben von Beiträgen muss da sein. Dies erscheint mir noch wichtiger als die Technik der Blog-Seite. Erst dann wird die Seite für den Leser (und hoffentlich auch Kunden) interessant und er kehrt gerne wieder dahin zurück, kommentiert oder abonniert die Inhalte des Blogs.

Zum Schluss noch einige Bespiele für Corporate-Blogs von Autohäusern – rein subjektiv ausgewählt, bitte nicht böse sein,wer nicht dabei ist!

  • Das Gerstelblog (www.gerstelblog.de) schreibt über alles, was im Autohausalltag passiert.
  • Das Autohaus Weller (www.wellerblog.de) gibt sehr viele nützliche Tipps rund um das Automobil.

Ach ja – etwas fehlt noch. Das Autohaus Gerstel hat es sogar geschafft, über den Blog ein Auto zu verkaufen!
http://www.gerstelblog.de/2013/05/20/das-erste-gerstelblog-auto

Es lohnt sich also doch… oder was meinen Sie?