Überholt das Smartphone das Auto als Statussymbol?

smartphone

Das Auto ist immer noch emotional

Wenn man sich derzeit auf der IAA umschaut, wundert man sich über die weit verbreitete Ansicht, dass das Auto eine immer geringere Bedeutung als Statussymbol haben soll.
Die Menschen drängen sich an den Fahrzeugständen der Hersteller, viele Besucher versuchen ein gutes Foto von ihren Lieblingmodellen zu machen.

In der Halle, in der Mercedes seine Modelle vorführt, schaut man in gebannte Gesichter, während die neue S-Klasse über das Podium fährt.

Das Auto soll in Deutschland einen abnehmenden Stellenwert haben? Ein Trend in diese Richtung ist natürlich zu beobachten, allerdings wird es wohl kaum dazu kommen, dass Smartphones oder Tablets das Automobil als Statussymbol überholen oder gänzlich ablösen werden. Zumindest sollte man dieses Thema  differenzierter betrachten. Vielleicht gibt es ja andere Gründe, warum eine bestimmte Gruppe von Menschen sich vom Auto abkehrt?

  • Erstmal sind die Anschaffungskosten für ein Auto in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Man muss sich schon zweimal überlegen, ob man sich ein Auto leisten kann. Oder auf die Alternative zu gehen, einen günstigeren Kleinwagen zu kaufen.
  • Ein Auto zu unterhalten, wird immer kostspieliger. Sprit und Unterhaltkosten belasten das Budget der Kunden.
  • Menschen in Städten benötigen nicht unbedingt ein eigenes Auto. Die Mobilität steht im Vordergrund. Das Auto wird als Nutzungsgegenstand gesehen, der die Fortbewegung von A nach B sicherstellt. Die Angebote von Car-Sharing-Unternehmen versuchen in verschiedenen Städten diese Anforderung zu befriedigen.
  • Bei vielen Menschen gibt es ein immer höheres Umweltbewußtsein. Gerade in Städten wird auch mal auf öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen.
  • Der Gesundheitsaspekt spielt auch eine Rolle, weshalb das Fahrrad für Stadtbewohner hier wieder ins Spiel kommt.
  • Junge Menschen machen immer später den Führerschein. Grund dafür sind auch hier die Kosten und dass man sich zunächst auf die Ausbildung konzentriert, bevor man an den Autokauf denkt.

Zu bedenken ist auch, dass die Kaufentscheidung für ein Smartphone finanziell nicht so weittragend ist wie die Entscheidung für einen Autokauf.

Der Faktor Mobilität

Für spezielle Kundengruppen ist der Faktor Mobilität entscheidend, unabhängig von Fahrzeugmodellen oder Marken.

Also löst das Smartphone das Auto als Statussymbol ab? Die Wahrheit liegt wohl wieder in der Mitte. Das Auto ist immer noch ein emotionales Produkt und wird es sicher auch künftig bleiben. Aber für eine bestimmte Gruppe von Menschen hat das Auto keinen Wert als Statussymbol, sondern wird als Fortbewegungsmittel gesehen.

Für diese Gruppe können Produkte wie Smartphones einen höheren emotionalen Stellenwert haben.

Aber auch diese Menschen können von den Autoherstellern mit guten Car-Sharing-Angeboten in Kombination mit Mobilitäts-Apps an das Thema Automobil und vielleicht auch an die eigene Marke gebunden werden.

 

Nachtrag 23.9.2013:

Gerne verlinke ich noch auf den Beitrag von Patrick Möltgen zum gleichen Thema: http://www.automobilkaufmann.info/2013/09/blogparade-generation-yolo-smartphone-vs-eigenes-auto/

 

Apps im Auto – möchte das der Kunde?

apps auto

In-Car Apps

Ins Auto einsteigen, Musik über Spotify starten und sich die neuesten Facebook-Nachrichten anzeigen oder vorlesen lassen – Zukunftsmusik oder bald alltägliche Routine für deutsche Autofahrer?

Dem Markt für Apps in Fahrzeugen wird ein starkes Wachstum in den nächsten Jahren prognostiziert. Eine Studie von Jupiter Research spricht aktuell von einem kommenden Millardenmarkt. (näheres auch im Blog Blogomotive)

Doch will der Autokunde sich mit Apps während der Autofahrt beschäftigen? Einer Befragung von 1000 Autofahrern durch die Zeitschrift kfz-betrieb  („Internet im Auto eher unwichtig“) zufolge stehen vor allem elektronische Systeme im Vordergrund, die der Sicherheit dienen (Fahrassistenzsysteme).

Dafür geben die Fahrer auch gerne etwas mehr aus als für Unterhaltungssysteme im Auto, die sich z.B. über Apps bedienen lassen.

Die Autohersteller arbeiten mehr oder weniger fieberhaft an der technischen Umsetzung der elektronischen Helfer im Auto.
Doch was müssen Apps in Automobilen bieten, um von den Kunden künftig akzeptiert und genutzt zu werden?

  • Leichte Bedienung der Apps im Auto ist das A und O.
  • Die Verbindung mit dem Smartphone sollte reibungslos funktionieren.
  • Der Sicherheitsaspekt: Die Bedienung der Apps sollte den Fahrer nicht ablenken.
    Bei Musik-Apps bietet sich etwa die Steuerung am Lenkrad an.
  • An der Bedienung der Apps durch Sprachsteuerung müssen die Hersteller sicher noch weiter arbeiten.
  • Und zu guter Letzt – der Preis wird auch hier über den künftigen Erfolg der Apps in Fahrzeugen entscheiden.

Im Idealfall (aber wann gibt es den schon?) würde eine Win-Win-Situation zwischen Kunde und Hersteller entstehen. Die Autofahrer profitieren vom Komfort durch die Apps im Fahrzeug. Die Hersteller können Daten über den Kunden sammeln, insbesondere für das Werkstattgeschäft ergeben sich so neue Perspektiven (Erfassen von Fahrzeugdaten, Inspektionen, Informationen wie Reifendruck – alles möglich).

Eine Übersicht mit aktuellen In-Car Apps folgt an späterer Stelle – oder hat schon jemand eine Lieblingsapp im Auto?

Warum Social Media – oder: Wann gehen Social Media wieder weg?

Eine gute Frage, die man oft hört: Geht das mit dem Web 2.0 und Social Media wieder weg? Wann verschwindet der Hype?
Und wann?

Gar nicht. Dagegen spricht, dass soziale Medien mittlerweile eine so große Bedeutung haben und von so vielen Menschen genutzt werden, dass Unternehmen sich nicht fragen sollten, ob sie Social Media im eigenen Marketingmix unterbringen sollen – sondern wie.

Mehr als tausend Worte spricht dieses Video.

http://youtu.be/iReY3W9ZkLU