Professionalisierung wird wichtiger – 7 Fragen zum digitalen #automarketing an Derek Finke

Derek_Finke_2015_bw

 

Ein paar Worte zu dir: Wer bist du, was machst du beruflich?

Mein Name ist Derek Finke. Ich bin ist seit Anfang 2013 bei der Modix GmbH tätig. Als Direktor Business Development verantworte ich die systematische Weiterentwicklung bestehender und die Erschließung neuer Geschäftsfelder und Produkte. Vor meiner Zeit bei Modix war ich mehr als 20 Jahre in der Automobilwirtschaft tätig, unter anderem als Kfz-Mechaniker, Automobilverkäufer, Verkaufsleiter sowie Geschäftsführer eines mittelständischen Autohauses, als Autohausberater, Projektmanager und Gebietsleiter Europa bei der Euromobil Autovermietung GmbH sowie als Geschäftsführer der Autobusiness Partner Service GmbH, einer Beratungs- und Dienstleistungsgesellschaft des deutschen Volkswagen und Audi Händlerverbandes.

 

In welchen Bereichen bist du im automobilen Online-Marketing unterwegs?

Bei Modix arbeiten wir fast ausschließlich für Autohändler und -hersteller. Wir beschäftigen uns mit Fahrzeugmanagement, Händlerwebseiten, B2B-Plattformen, Fahrzeugportalen für Händler und Hersteller, Neuwagenkonfiguratoren, Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenmarketing, Leadtracking sowie speziellen Anwendungen, die Autohändler und die digitalen Angebote von Tageszeitungen verbinden.

 

Welche Netzwerke und Kanäle nutzt du privat bzw. beruflich im Netz?

Beruflich schreibe ich im Modix Blog (http://blog.modix.net), darüber hinaus nutzen wir bei Modix noch Netzwerke wie Xing (https://www.xing.com/companies/modixgmbh), LinkedIn (https://www.linkedin.com/company/modix-gmbh), Slideshare (http://de.slideshare.net/ModixGmbH), Facebook (https://www.facebook.com/ModixDeutschland) oder Twitter (https://twitter.com/modixgmbh).

Privat bin ich über meine Webseite (http://derekfinke.com) zu finden, wo ich seit 2011 auch blogge. Von dort findet man auch die Links zu meinen Präsenzen in weiteren Netzwerken.

 

Wie schätzt du die aktuelle Bedeutung von Online-Marketing für die deutsche Kfz-Branche ein?

Aktuell hat das Onlinemarketing in der Branche nicht den Stellenwert, den es angesichts der realen Marktsituation verdient. Wenn man sich vor Augen hält, dass im Prinzip jeder Autokäufer, ganz gleich ob für neu oder gebraucht, vor dem Autokauf im Netz unterwegs ist, tun vor allem die Vertragshändler sehr wenig dafür, ins Blickfeld dieser potentiellen Käufer zu geraten. Als Antwort auf diesen Vorwurf erhalte ich dann regelmäßig: „Aber wir haben ja eine Webseite.“ Von Ausnahmen abgesehen, sind diese Webseiten aber leider weitgehend ohne relevanten Inhalt, nicht aktuell gehalten oder technisch veraltet. Dazu kommt, dass eine Webseite im Konzert der Onlinemarketing-Werkzeuge heute nicht mehr ausreicht. Um im Netz Aufmerksamkeit zu erreichen und diese letztendlich in Verkaufsanbahnung umzumünzen, ist es erforderlich, dass Autohändler strategisch vorgehen und sich mit den heute zur Verfügung stehenden Werkzeugen beschäftigen. Die Realität sieht leider anders aus. Veranstaltungen wie der AUTOHAUS E-Marketing Day oder das CarCamp des ZDK ziehen trotz der Marktsituation und viel medialer Begleitung jeweils so um die 100 Teilnehmer an. Aber wie viel Autohäuser gibt es in Deutschland?

 

Wie wird sich das Thema künftig weiter entwickeln?

Ich bin davon überzeugt, dass mehr und mehr Professionalität auch in das digitale Marketing der Automobilbranche einziehen wird. Zum einen schießen immer mehr Startups aus Boden, die mit cleveren Methoden und Geschäftsmodellen den insgesamt eher trägen Handel unter Druck setzen. Zum anderen lernen immer mehr Hersteller und ihre angeschlossenen Autobanken, dass durch ein professionelles Auftreten im digitalen Bereich mehr Kunden erreicht werden und so auch mehr Fahrzeuge vermarktet werden können. Da der Absatzkuchen in Gänze nicht mehr wächst, wird so versucht, das eigene Kuchenstück zulasten der noch Schlafenden vergrößern. Und nicht zuletzt wird die fortschreitende Digitalisierung uns neue Geschäftsmodelle und Werkzeuge in die Hand geben, die es Kunden und Händlern einfacher machen, miteinander ins Geschäft zu kommen.

 

Hast du Lieblingstools für das Online-Marketing?

Mein Lieblingstool ist WordPress, das ich als Redaktionssystem für meinen Blog einsetze. Nicht unbedingt gut geeignet für die Realisierung von Händlerwebseiten, aber zum Bloggen und für die Selbstdarstellung hervorragend. Ansonsten begeistern mich die fantastischen Möglichkeiten des Erreichens von Kunden bei Facebook Ads und Google Adwords immer wieder aufs Neue. Und da ich ein großer Fan von Content Marketing bin, stehe ich total auf Podcasts und Webinare, sowohl als Macher wie als Konsument.

 

Welche Tipps oder welche Empfehlungen hast du für Einsteiger im automobilen Online-Marketing?

Wer mit professionellem Online-Marketing im Autohaus beginnen möchte, sollte zum einen Ziele definieren und eine Marketingstrategie für seinen Betrieb haben (siehe auch hier: http://derekfinke.com/2012/04/19/strategie-im-autohaus/). Schnellschüsse und Einmalaktionen bringen hier nichts. Punkt zwei ist die richtige Auswahl der Werkzeuge, mit denen man seine Ziele erreichen möchte. Das kann eine simple, aber verkaufsstarke Webseite sein, unterstützt von bewerbenden Tools wie Adwords. Das kann aber auch eine mit relevantem Inhalt angereicherte Händlerwebseite inkl. Autohaus Blog sein, flankiert von weiteren Maßnahmen. Zweifelsohne muss man sich auch überlegen, welche Rolle die Fahrzeugbörsen spielen sollen – allerdings immer unter der Maßgabe, dass dies nicht die eigene Spielwiese ist. Und drittens sollte man die laufende Analyse im Blick behalten und sein Vorgehen ggfls. nachschärfen. Dafür eignen sich Werkzeuge wie Google Analytics, Leadtracking-Software oder auch ein CRM. Und last but not least: Das beste Marketing nützt dem Autohaus nur etwas, wenn die aufmerksam gewordenen Interessenten dann auch bedient werden. Telefonische und E-Mail-Erreichbarkeit ist noch immer ein großes Problem in der Branche. Kunden rufen an, aber es ist besetzt oder niemand geht ran. E-Mails werden gar nicht oder erst nach einer elend langen Reaktionszeit bearbeitet. Wer diesen Folgeprozess nicht selbst organisiert bekommt, sollte sich unbedingt einen Dienstleister zur Unterstützung dazu holen, z. B. ist global office (www.global-office.de) bereits bei vielen Autohäusern im Einsatz.