Datenbasierte Entscheidungen treffen – Sieben Fragen zum digitalen #automarketing an Patrick Möltgen

Patrick Möltgen

In diesem Teil meiner Interview-Reihe kommt Patrick Möltgen zu Wort, Blogger und Verkäufer sowie Online-Experte in einem Autohaus. Ich konnte ihn schon zweimal auf dem Carcamp in Mannheim treffen. Daher freue ich mich auf seine Perspektive.

 

Ein paar Worte zu dir: Wer bist du, was machst du beruflich?

Mein Name ist Patrick Möltgen und ich komme aus dem schönen Waghäusel. Das liegt zwischen Mannheim und Karlsruhe. Meinen Start in die Automobilbranche habe ich ganz klassisch mit der Ausbildung zum Automobilkaufmann in einer größeren Automobilhandelsgruppe begonnen.

Nach und nach folgten verschiedene Stellen im Verkauf und Einkauf sowie als Assistent der Verkaufsleitung. Nebenbei habe ich Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Automobilhandel studiert und leite seit ungefähr zwei Jahren das Gebrauchtwagen-Management einer Automobilhandelsgruppe. Damit verbunden sind auch intensive Aktivitäten im Bereich Online-Marketing.

 

In welchen Bereichen bist du im automobilen Online-Marketing unterwegs?

Im automobilen Onlinemarketing konzentriere ich mich vor allem auf die folgenden Schwerpunkte:

  • Landingpageoptimierung, d.h. wie gestalte ich meine Seite so, dass sie mein gewünschtes Ziel bestmöglich erreicht?

  • Suchmaschinenoptimierung

  • Videomarketing und die damit verbundene Verteilung über Social Media

 

Welche Netzwerke und Kanäle nutzt du privat bzw. beruflich im Netz?  

Privat probiere ich natürlich viele Netzwerke aus. Derzeit konzentriere ich mich privat auf Xing, Linkedin und Twitter.

Facebook und Google+ habe ich privat mittlerweile verworfen. Wer sich nun fragt, warum Facebook fehlt: Ich sehe in Facebook für mich privat keinen Mehrwert. Stattdessen vor allem eins: Zeitverschwendung. Das heißt aber im Umkehrschluss nicht, das Facebook für Unternehmen nicht attraktiv sein könnte.

Im Unternehmen setzen wir auf Facebook, Youtube und Google+.

Wie schätzt du die aktuelle Bedeutung von Online-Marketing für die deutsche Kfz-Branche ein?

Schaut man sich verschiedene Onlineauftritte in der deutschen Kfz-Branche an, so ist feststellen, dass es krasse Gegenteile gibt. Die einen, die sehr professionell an das Thema herangehen und bereit sind in diesen Bereichen Investitionen zu leisten.

Zum anderen aber auch die Betriebe, die mit der vor fünf Jahren in Auftrag gegebenen Homepage im Netz präsent sind.

Dass hier noch ein großes Potenzial brachliegt, ist vor allem daran erkennbar, dass sich Spezialanbieter (Autoglas, Reifen, Ersatzteile, Gebrauchtwageninzahlungnahme etc.) mit einer cleveren Verzahnung zwischen On- und Offlineaktivitäten rasant schnell entwickeln.

Diese Anbieter haben vor allem eins gemeinsam: Sie verstehen es den Kunden durch saubere Prozesse online abzuholen und im Nachgang durch eine perfekte Abwicklung offline zu überzeugen.

Wie wird sich das Thema künftig weiter entwickeln?

Zukünftig müssen wir uns von der Vorstellung verabschieden, dass ein Nutzer von einem stationären Desktop-PC auf unsere Website zugreift. In Zukunft werden vor allem neue Endgeräte in unseren Alltag einziehen. Die Entwicklung reicht neben dem Smartphone von Brillen, Uhren und sonstigen Schmuckgegenständen bis hin zu in Textilien eingearbeitete Touchscreens und Displays.

Die große Neuerung dabei ist: Die Geräte besitzen Auflösungen von null bis zu mehreren Millionen Pixeln und besitzen teilweise keine Eingabegeräte mehr. Dies wiederum ebnet den Weg für eine neuartige Suche per Spracheingabe, die die Karten neu mischen wird.

Die Sprachsuche stellt ganz neue Herausforderungen an Nutzer und deren Suchanfrage sowie an Suchmaschinen und Webseitenanbieter.

Hier besteht die Chance für neue Suchmaschinenanbieter den Markt aufzumischen. So könnten bestimmte Gerätehersteller ihre eigene Suchmaschine auf ihren Geräten vorinstallieren. Dem Nutzer ist es egal, welche Suchmaschine benutzt wird, solange das ausgegebene Suchergebnis seinen Wünschen entspricht.

Webseiten, die in der Desktop-Variante der Suchmaschine auf Seite 1 liegen, werden nicht zwangsläufig auch in der Sprachsuche vorne liegen.

 

Hast du Lieblingstools für das Online-Marketing?  

Bei allen Webprojekten setze ich derzeit auf WordPress und Google Analytics.

Ein weiteres Tool, welches immer wieder zum Einsatz kommt, ist das SERP-Preview Tool (www.torbenleuschner.de/files/serp-preview/) mit dem ich vorab testen kann, wie mein Suchergebnis in der Google-Suche aussehen wird.

Welche Tipps oder welche Empfehlungen hast du für Einsteiger im automobilen Online-Marketing? 

Nicht auf das Bauchgefühl vertrauen, sondern datenbasierte Entscheidungen treffen.

Bevor es an die Arbeit geht immer festlegen:

  • Was ist mein konkretes Ziel und wie messe ich dessen Erfolg?
  • Für welche(n) Suchbegriffe(n) möchte ich gefunden werden?
  • Welche Suchbegriffe liefern welches Suchvolumen? – Google Keyword Planner
  • Wie stark ist die Konkurrenz innerhalb des Suchbegriffes?

Und der eigentliche Knackpunkt: Nach der Arbeit über die neu gewonnenen Daten aus Google Analytics immer wieder nachjustieren.

 

Verfolgen kann man Patricks Tätigkeiten am besten auf diesen Seiten bzw. Social Media-Profilen:

 

 

Kein Einstieg ohne Ziel und Strategie – 7 Fragen zum digitalen #automarketing an Axel Wolf

axel_wolf

Logo Homepage Axel Wolf

In diesem Teil meiner Blog-Artikelreihe kommt Axel Wolf zu Wort, der über seine Arbeit bei einem Kfz-Teilegroßhändler und der Zusammenarbeit mit freien Werkstätten mit der Zeit auf das Thema Online-Marketing speziell für Werkstatt-Betriebe kam. Diese unterstützt er nun mit Konzepten zum Online-Marketing und Social Media und kümmert sich auch um die Umsetzung. Spannend, seine Erkenntnisse aus der Sicht des freien Marktes zu lesen.

 

Ein paar Worte zu dir: Wer bist du, was machst du beruflich?

Mein Name ist Axel Wolf, geboren in Soltau. Ich fühle ich mich vor allen in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Social Media zu Hause. Mit Kreativität, technischen Verständnis und meiner Erfahrung im Web 2.0 inszeniere ich übergreifende Gesamtkonzepte, von der Idee bis zur Umsetzung in Bild, Video und Webdesign.

Im Zuge meines jetzigen Arbeitsplatzes konnte ich bereits einige Einblicke in die Arbeitsweise und den Aufbau eines KFZ Teile Großhandels gewinnen. Dabei ist es besonders die Mischung aus kaufmännischer Tätigkeit und Kreativität, die mir an der Arbeit im Teilehandel gefällt. Ich bin sehr an dem Verlauf des Marktgeschehens, und an der Entwicklung von Marketingkonzepten und der Vermarktung von Produkten im Teilebereich interessiert.

 

In welchen Bereichen bist du im Automobilen Online-Marketing unterwegs?

Ich konzipiere Social Media Strategien und helfe dabei die richtige Kanalauswahl wie z.B. Twitter, Facebook oder Youtube, Google+ bzw. Google my Business zu treffen. Weiterhin helfe ich bei der Erstellung von Postings und berate bei der Themenauswahl. Einholung von Kundenfeedback, E-Mailmarketing und das Tracking von Webseiten runden die Sachen ab.

 

Welche Netzwerke und Kanäle nutzt du privat bzw. beruflich im Netz?

Ich benutze Google+, Tumblr, Facebook, Clever Reach und das Netzwerk Xing für meine beruflichen Kontakte, die Homepage die wir mit unseren Azubis als Projekt gestartet haben ist mit dem Baukasten von Jimdo erstellt.

Wie schätzt du die aktuelle Bedeutung von Online-Marketing für die deutsche Kfz-Branche ein?

In freien Werkstätten ist ein Internetzugang pro Arbeitsplatz sowie ein eigener Internetauftritt bereits Standard geworden, aber der Einsatz von Social Media ist derzeit noch selten anzufinden. Ich finde die Chance über diese Medien die Zielgruppe für seine Produkte und Dienstleistungen zu begeistern riesengroß und auch mit einen kleinen Marketingbudget machbar. Kunden reden untereinander über die Leistungen der Werkstatt – hier hat man die Möglichkeit mitzureden und die sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Man kann mit seinem Unternehmen den Kunden auf Augenhöhe begegnen und die Werkstatt nach außen menschlich darstellen mit Blick hinter die Kulissen, es heißt nicht umsonst “Werkstatt des Vertrauens”. Der Verkauf steht für mich an letzter Stelle, viel wichtiger ist es durch Social Media die Kundenbindung die öffentliche Wahrnehmung und das Image zu stärken, von der Bekanntheit in der Region ganz zu schweigen. Man sollte jetzt schon die Weichen für ein erfolgreiches Online-Marketing stellen und als einen festen Baustein in den Marketing-Mix einplanen.

 

Wie wird sich das Thema künftig weiter entwickeln?

In einer zunehmend digitalisierten Welt haben sich das Internet und die sozialen Medien längst als ein Bestandteil unserer Welt etabliert. Die Jugendlichen treten mit KFZ-Werkstätten über Facebook in Verbindung, erhalten Serviceangebote per WhatsApp und geben bei Bewertungsportalen Ihre Meinung ab. Der Kunde von Morgen will sein Auto digital beherrschen und am besten über sein Smartphone sämtliche Daten vom Auto erhalten. Die Werkstätten müssen bereit sein für diese digitale Ära und sich jetzt schon bereit machen, dieser Revolution zu begegnen und sich Alleinstellungsmerkmale herauszuarbeiten. Spätestens dann wenn die“ antiken“ persönlichen Beziehungen nicht mehr ausreichen um sich neue Geschäftsfelder im Service sowie neuer Kundengruppen zu erschließen.

Hast du Lieblingstools für das Online-Marketing?

Für das Erstellen von z.B. Facebook Postings nutze ich das kostenlose Tool www.canva.com. Für das Videomarketing oder kurze Erklärvideos benutze ich www.powtoon.com. Hier ein Beispiel von mir, in dem ich für eine Werkstatt Klimaanlagen-Service für den Endkunden erkläre:

App-Baukasten für die mobilen Kunden: http://appyourself.net/de – hier ein Beispiel von einer Werkstatt App “D. Harraß Kfz Service” welche wir zusammen erstellt haben http://d-harrass-kfz-service.appyourself.net/

Freie Bilddatenbank: www.pixabay.com.

 

Welche Tipps oder welche Empfehlungen hast du für Einsteiger im automobilen Online-Marketing?

Kein Einstieg ohne Ziel und Strategie – frei nach dem Motto wer keine Ziele hat kann auch nichts erreichen. Ziele definieren:

  • Bekanntheitsgrad steigern
  • Neue Kunden gewinnen
  • Beziehungspflege der Kunden
  • Neue Zielgruppen ansprechen
  • Neue Mitarbeiter gewinnen
  • Produktinformationen verteilen
  • Vertrauen zu den Kunden aufbauen
  • Marktforschung bei den Kunden
  • Interaktionen mit Kunden
  • Service & Support
  • Zielgruppen definieren: Führerscheinneulinge, Stammkunden, Angestellte, Schüler, Flottenkunden, Fahrschulen etc.

Für den ersten Eindruck gibt es bekanntlich keine zweite Chance, das gilt auch z.B. für Facebook. Also am besten vorher etwas Zeit nehmen, um den Info-Reiter mit Unternehmensdaten zu füllen, das muss am Anfang noch nicht gleich perfekt sein aber zu große Lücken sind nicht gerade förderlich für das Vertrauen.

Seite bekannt machen und Fans gewinnen! Die ersten Kunden-„Fans“ sind schnell gewonnen, durch Freunde und Bekannte, die alle selbst Facebook nutzen ist der erste Schritt schnell gemacht. Auch durch Informationen an die Kunden & Geschäftspartner das man jetzt auf FB aktiv ist.

Ansonsten noch die Facebook Adresse auf die Rechnungen drucken und den Link zu seiner E-Mail Signatur hinzufügen. Auch einen Flyer kann man sich drucken lassen, den man dann noch zusätzlich Rechnungen beilegen kann oder nach einer Inspektion auf dem Beifahrersitz des Kunden liegen lassen kann.

Auch die direkte Ansprache bei Zufriedenheit des Kunden, eine positive Bewertung auf Facebook zu hinterlassen ist hilfreich, die Bewertungen kann man auch auf seiner Homepage einbinden.

 

Ich finde positiv, dass Axel sehr pragmatisch an die Themen herangeht. Im Werkstattbereich wohl eine gute Strategie. Die Tools zur Erstellung kleiner Erklärungsvideos oder Image-Videos kannte ich vorher nicht – interessant besonders für den Einstieg und sicher ohne großen Aufwand machbar. Ich möchte noch hinzufügen, dass in allen verwendeten Kanäle rechtliche Aspekte beachtet werden müssen – Impressum, Bildrechte etc.

 

Hier die Links zu den Web-Auftritten von Axel:

http://apps4business.jimdo.com/

https://about.me/axelwolf