Erwartungshaltung der Online-Kunden ist hoch – 7 Fragen zum digitalen #automarketing an… Marcel Schultz

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Der zweite Teilnehmer meiner Blog-Artikelreihe ist Marcel Schultz. Nach einer Ausbildung als Automobilkaufmann schaut er sich die Branche nun „von außen“ als freiberuflich tätiger Berater.

Ein paar Worte zu dir: Wer bist du, was machst du beruflich?

Mein Name ist Marcel Schultz, bin gebürtiger Hamburger und gelernter Automobilkaufmann. Nach meiner Ausbildung habe ich den Weg in den Fahrzeugvertrieb eingeschlagen und meine Zertifizierung bei Toyota gemacht. Danach war ich in verschiedenen Tätigkeiten, erst im reinen Fahrzeugvertrieb, dann immer weiter im Autohaus-Marketing. Aufbauend auf diese Erfahrungen absolvierte ich das Studium an der BFC in Northeim, welches mir das nötige Werkzeug für die zukünftigen Herausforderungen mit auf den Weg gegeben hat. Nach erfolgreichem Abschluss war ich bei einem großen Automobilzulieferer tätig, welcher mir die Engpässe der Kfz-Branche endgültig vor Augen geführt hat. Und von dem Moment an war mein Entschluss gefallen, im Kfz-Gewerbe als Freiberufler tätig zu werden.

In welchen Bereichen bist du im automobilen Online-Marketing unterwegs?

In erster Linie dreht sich meine Arbeit um die Konzeption von Kampagnen und neuen Ideen um den Handel bei der Arbeit zu unterstützen. Aber auch das Verfassen von Artikeln, die Pflege der SocialMedia-Auftritte und SEO (Suchmaschinenoptimierung) wird ein immer größeres Aufgabenfeld. Hinzu kommen die vielen Werbemöglichkeiten im Netz. Sei es Facebook-Anzeigen oder auch Google AdWords.

Welche Netzwerke und Kanäle nutzt du privat bzw. beruflich im Netz? 

Ich habe damals zu viele Kanäle bespielt und nach kurzer Zeit gemerkt, dass der Aufwand zum Nutzen in keinem Verhältnis steht. Inzwischen nutze ich hauptsächlich XING, Twitter und Facebook. Die anderen Kanäle behalte ich zwar ebenfalls im Auge, konzentriere mich aber auf meine Kern-Netzwerke. Seit dem Start in meine Selbstständigkeit habe ich gemerkt, dass sich die Trennung zwischen “privat” und “geschäftlich” langsam aber sicher auflöst und man zur personifizierten Marke wird. Klar hat das Risiken, da eine private Meinung ganz schnell auch als geschäftliche Meinung gesehen wird. Aber die Chancen, die solch eine Personenmarke bietet, ist meiner Ansicht nach riesengroß. Letztendlich hat man das, wonach große Konzerne seit Jahrzehnten streben und ein Miliarden-Budget investieren: Persönlichkeit.

Wie schätzt du die aktuelle Bedeutung von Online-Marketing für die deutsche Kfz-Branche ein?

Ich glaube, dass die Erwartungshaltung unserer Kunden im Onlinebereich ziemlich hoch ist. Schließlich buchen wir als Konsument heutzutage unsere Flüge online, lesen unsere Bücher auf einem e-Book Reader, streamen unsere Lieblingsfilme und bestellen auch unser Abendessen im Netz. Wenn ich mir derzeit so manche Autohaus-Websites ansehe, frage ich mich allerdings wo man das neue Traumauto konfigurieren (und reservieren) kann und einen verbindlichen Werkstatt-Termin mit direkten Festpreisen erhält. Wenn es um Online geht ist unsere Branche oft noch zu “statisch”. Auch gibt es noch zu viele alte Zöpfe, von denen es sich endlich zu trennen gilt. Und auch was die Werbung anbelangt, ist noch viel Luft nach oben.

Wie wird sich das Thema künftig weiter entwickeln?

Ganz sicher ist, dass wenn wir uns nicht intensiv um unsere Onlinepräsenz kümmern, sich irgendwann jemand anderes um unsere (Online)-Kunden kümmert. Und zwar jemand, der ursprünglich aus einer ganz anderen Branche kommt. In letzter Zeit häufen sich Aussagen von Spezialisten fremder Branchen, die die Entwicklung im Kfz-Gewerbe ganz genau beobachten. Und eventuell die Chancen erkennen und Maßnahmen ergreifen. Ich glaube, wir sollten uns nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Was wir in Zukunft brauchen ist der Wille zur Veränderung und viele gute, kreative Ideen.

Hast du Lieblingstools für das Online-Marketing

Tatsächlich habe ich in der Vergangenheit viele Tools für die unterschiedlichsten Bereiche getestet. Aber manchmal ist weniger einfach mehr. Und eines darf ein Tool auf gar keinen Fall: Mehrarbeit bereiten. Die sozialen Netzwerke pflege ich manuell, also mit den Bordmitteln des Betreibers, bzw. mit der Integration ins Betriebssystem.

Um Ideen zu notieren, zu sammeln und zu teilen nutze ich seit Jahren Evernote und bin nach wie vor begeistert von dieser App. Evernote gibt es für alle gängigen Betriebssysteme und ist in der Basisversion sogar kostenlos. Allerdings lohnt sich der Blick auf die Premium-Variante, da diese einige fantastische Funktionen mitbringt.

Dann ist auch die Dropbox seit langem ein treuer Begleiter in meinem Alltag. Dropbox nutze ich gemeinsam mit einigen Klienten, um Entwürfe auszutauschen. Dropbox ist in der Basis ebenfalls kostenlos, es gibt auch eine Variante für Unternehmen, womit man als Team gemeinsam auf Ordnerstrukturen zugreifen kann.

Welche Tipps oder welche Empfehlungen hast du für Einsteiger im automobilen Online-Marketing?

Mein Rat ist sich erstmal einen Überblick über den Online-Marketing-Dschungel zu machen. Wenn man beispielsweise erwägt, mehr in SocialMedia zu investieren, sollte man sich die Frage stellen welche Netzwerke es eigentlich gibt und (ganz wichtig) wo sich meine Kunden aufhalten. Dies kann man relativ einfach in Kundengesprächen herausfinden. Jedes Netzwerk spricht eine gewisse Gruppe von Menschen an. Das eine Netzwerk hat eine sehr breite “Zielgruppe“ (Facebook z.B.), andere hingegen sind eher spezifisch (MotorTalk z.B.).

Bevor man sich mit Vollgas hineinstürzt, sollte man sich die Frage stellen warum man das eigentlich vor hat und was man sich davon erhofft. Diese Ziele würde ich notieren und regelmäßig mit der Ist-Situation vergleichen und ggf. gegensteuern.

Hier noch einiges mehr aus einem Interview mit dem Blogger Patrick Möltgen: http://www.automobilkaufmann.info/2014/11/von-der-ausbildung-zum-selbststaendigen-berater-marcel-schultz-interview/
Und alle Links zu Marcels Online-Kanälen:

Die Welt braucht mehr Automotive-Blogger – 7 Fragen zum digitalen #automarketing an… Sebastian Koch

 

Den Anfang in meiner Interview-Reihe zum automobilen Internet-Marketing macht zu meiner Freude ein Blogger. Sebastian Koch bloggt bereits seit einigen Jahren privat zu Skoda-Neuigkeiten. Er verbindet damit das Interesse an Autos und dem Internet in seinem Blog skodaportal.

Sebastian Koch

Ein paar Worte zu dir: Wer bist du, was machst du beruflich?

Mein Name ist Sebastian Koch, ich bin 31 Jahre und ich wohne mit meiner Familie in Siegen. Hauptberuflich mache ich Menschen glücklich, indem Sie bei mir einen neuen Skoda kaufen. Nebenbei blogge ich.

In welchen Bereichen bist du im automobilen Online-Marketing unterwegs?

Seit über vier Jahren betreibe ich mit skoda-portal.de einen kleinen Blog rund um das Thema Skoda. Das Blog ist klar das Zentrum meiner Online Aktivitäten.

Welche Netzwerke und Kanäle nutzt du privat bzw. beruflich im Netz?

Um die Artikel bekannt zu machen nutze ich Email-Marketing, eine Facebook Fanpage Skoda Portal, Twitter und eine Google+ Gruppe Skodaportal. Instagram ist gerade für den automobilen Bereich eigentlich eine ideale Plattform, die Kennzeichnungspflicht hat mir hier aber den Spaß komplett verdorben. Bei jedem Schnappschuss erst die Verbrauchswerte rauszusuchen ist Käse. Daher nutze ich die Plattform kaum noch. Privat bin ich auf Facebook unterwegs.

Wie schätzt du die aktuelle Bedeutung von Online-Marketing für die deutsche Kfz-Branche ein?

Ich sehe Blogs von Autohäusern, die von externen Journalisten gefüllt werden. Social Media Kanäle, auf denen nur die Angebote rausgehauen werden. Die neuen Medien werden mit alten Methoden bespielt, das kann nicht funktionieren. Die Bedeutung im Hinblick auf Kundenbetreuung und Vertrauensbildung durch eine richtige Positionierung werden noch komplett ignoriert.

Ein Beispiel zum Thema Vertrauen: Ich mache die Erfahrung, dass Menschen lange Wege auf sich nehmen, um bei mir ein Fahrzeug zu kaufen. Das ist großartig und macht mich auch ein wenig stolz. Das hat wenig damit zu tun, dass ich so ein dufter Typ oder großartiger Verkäufer bin. Es ist einzig und allein meine klare Positionierung, ich mache mich sichtbar und die Menschen sehen mich in diesem Moment als Experten. Ausserdem „kennen“ Sie mich bereits über meine Texte. Die Menschen schenken mir schon vor dem ersten persönlichen Kontakt ihr Vertrauen. Und darum geht es doch beim Autokauf.

Wie wird sich das Thema künftig weiter entwickeln?
Online Marketing muss persönlicher werden. Wenn ich ein hochwertiges Produkt oder Dienstleistung kaufe, dann habe ich das auch gemacht weil der Mensch mir sympathisch ist. Aber warum sollte ich deshalb das Autohaus-Blog lesen oder mich in den Social Media-Kanälen zuspammen lassen? Wenn ich dem Verkäufer, Serviceberater, Mechaniker oder Chef direkt folgen kann macht es wiederum Sinn. Ich wünsche mir, dass sich Online Marketing dorthin bewegt. Das bietet einen echten Mehrwert und eine wunderbare Möglichkeit der Kontaktpflege.
Hast du Lieblingstools für das Online-Marketing?
Vor allem nutze ich Google Alerts und Feedly für die News. Und Evernote als Ideensammlung.

Welche Tipps oder welche Empfehlungen hast du für Einsteiger im automobilen Online-Marketing?

Wenn das Autohaus in dem du arbeitest keine Lust an Online Marketing hat, nutze die Chance! Mach deinen eigenen Blog. Positioniere dich als Experte in deinem Bereich. Fang an und bitte lieber um Entschuldigung als um Erlaubnis. Ich unterstütze dich gerne dabei, schick mir einfach eine Mail wenn du Starthilfe brauchst. Die Welt braucht mehr Automotive Blogger!

Ein schönes Plädoyer für mehr Auto-Blogging – und wichtig finde ich auch noch den Satz „Online-Marketing muss persönlicher werden“. Es geht also nicht nur um Kanäle und Maschinen – sondern nach wie vor sollte der Mensch im Mittelpunkt der Kommunikation sein.

Interessant und neu für mich war der Hinweis zum Thema Instagram und der Kennzeichnungspflicht der Fahrzeuge auf Bildern. Ein Aspekt, über den ich noch nicht so intensiv nachgedacht hatte.

Mehr zu Sebastian Koch findet ihr natürlich auf seinem Blog! Vielen Dank für die Antworten!

 

Interview-Reihe zum digitalen #automarketing

Digitales Automarketing

In der letzten Zeit bin ich kaum zum Bloggen gekommen. Ich habe aber viele Artikel, Beiträge und News rund um die Geschehnisse zum automobilen Online-Marketing verfolgt. Dies brachte mich auf die Idee, eine Blogartikel-Reihe zum digitalen Marketing in der deutschen Auto-Branche mit kurzen Interviews zu starten. Dazu sollen in den kommenden Wochen Praktiker, Beraterexperten und Blogger aus diesem Bereich zu Wort kommen.

Mein Ziel ist, das Thema automobiles Online-Marketing aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten. Verschiedenen Menschen und Spezialisten, die ich zum Teil schon persönlich kennenlernen durfte, habe ich dazu sieben Fragen gestellt und bin schon ganz gespannt auf das Feedback!

Die Ergebnisse werden in den nächsten Artikeln auf meinem Blog unter der Überschrift „7 Fragen zum digitalen #automarketing an…“ veröffentlicht.

Um diese sieben Fragen geht es im einzelnen:

  • Ein paar Worte zu dir: Wer bist du, was machst du beruflich?
  • In welchen Bereichen bist du im automobilen Online-Marketing unterwegs?
  • Welche Netzwerke und Kanäle nutzt du privat bzw. beruflich im Netz?
  • Wie schätzt du die aktuelle Bedeutung von Online-Marketing für die deutsche Kfz-Branche ein?
  • Wie wird sich das Thema künftig weiter entwickeln?
  • Hast du Lieblingstools für das Online-Marketing?
  • Welche Tipps oder welche Empfehlungen hast du für Einsteiger im automobilen Online-Marketing?

Die ersten Rückmeldungen habe ich bereits erhalten, mit teilweise ganz neuen Erkenntnissen. Los geht es in den kommenden Tagen mit dem ersten Interview…