Video-Marketing für Autohäuser?

Beim Carcamp in Mannheim im September kam bei einer Veranstaltung die Diskussion auf, welche Rolle Videos im Marketing eines Kfz-Betriebes spielen können. Mir schien, dass es bei den Vertretern der Autohäuser wie so oft Vorbehalte auch gegenüber diesem Medium als Marketing-Kanal gibt, nach dem Motto: „Das will unser Kunde doch nicht…“ oder: „Das sollen wir auch noch machen?“ Ein Grund dafür, mich näher damit zu beschäftigen.

Wird Video-Marketing von deutschen Kfz-Betrieben genutzt?

Ich verfolge viele Web- und Social Media-Aktivitäten von Autohäusern und Werkstattbetrieben im Netz. Gefühlt sage ich, dass selbst erstellte Videos von den wenigsten Betrieben im Marketing eingesetzt werden. Das Teilen von Werbespots der Autohersteller zähle ich nicht dazu. Auch wenn man bei Youtube nach Filmen von Autohäusern sucht, ist das Angebot nicht erschlagend. (Ich habe mich bei der Suche auf diese Plattform beschränkt)

Vorherrschend sind Image-Filme der Betriebe, aber wirklich kreative Videos sind Mangelware. Immerhin findet man bei größeren Autohaus-Gruppen schon Unternehmen mit eigenen Youtube-Kanälen mit mehr oder wenigen vielen Video-Beiträgen.

Eigentlich verwunderlich vor dem Hintergrund, wie oft täglich Youtube-Filme angeklickt werden und wie viele Informationen hier abgerufen werden können.

Welche Inhalte lassen sich in Videos packen?

Eine Vielzahl von Themen lassen sich in Videos unterbringen. Hier einige Anregungen dazu:

  • Imagefilme dienen der Darstellung des eigenen Betriebes. Das Unternehmen wird gezeigt, etwa als Rundgang durch alle Bereiche.
  • Filme zu Firmenevents, Standorteröffnungen, Festen, jahreszeitliche Aktionen, Motorsport- und Sponsoringaktivitäten, … Die Liste lässt sich beliebig verlängern.
  • Das Team vorstellen: Dies kann der sprichwörtliche „Blick über die Schulter“ der Mitarbeiter sein. Warum sollte nicht mal ein Verkäufer, Serviceberater oder Mechaniker seinen Arbeitsplatz vorstellen?
  • Natürlich kann man neben des selbst erstellten Videos Filme der Hersteller teilen, z.B. Werbe-Spots, Kampagnen, Modellvorstellungen oder Testberichte zu Fahrzeugen aus anderen Quellen.
  • Ein wichtiger Punkt für potenzielle Arbeitnehmer ist die Darstellung als Arbeitgeber oder auch das konkrete Einstellen von Job-Angeboten mittels Film. Hier können O-Töne der Mitarbeiter und/oder Azubis zum Einsatz kommen.
  • Alles rund um den Autoservice: Hinweise auf Serviceaktionen, Tipps zur Autopflege, Erklärungsvideos zur Autotechnik usw.
  • Eine etwas höhere Kunst ist sicherlich das Erstellen eines Videos-Blogs oder von Video-Serien, in denen Storys zum Autohaus oder zu Fahrzeugen erzählt werden. Ein gutes Beispiel dazu habe ich beim Autohaus Heidereich gefunden.

Natürlich ist auch das Ziel beim Einsatz von Videos, Autos zu verkaufen.

  • Dazu gehört das Vorführen von (neuen) Fahrzeugmodellen von innen und außen oder auch z.B. das Filmen einer Testfahrt. Ein charmantes und gutes Beispiel, in dem neben neuen Fahrzeugen auch der Charakter des Betriebes gut rüberkommt, habe ich hier gefunden:

Manchmal lohnt sich auch mal ein Blick ins Ausland, in diesem Fall in die USA. Unter den Stichworten „Ken Beam“ und  „used cars“ lassen sich auf Youtube zahlreiche Videos mit der Präsentation von speziellen Gebrauchtwagen eines amerikanischen Händlers abrufen. Vielleicht etwas ungewohnt für deutsche Zuschauer und Kunden aber hier geht man an das Thema Video-Marketing viel offensiver an als bei uns.

 

 

Einige Vorteile des Video-Marketings

Warum sollte man sich denn nun mit Video-Marketing auseinandersetzen?

  • Videos sind authentisch und geben den Charakter eines Unternehmens gut wider. Der regionale Bezug zum Autohaus oder zur Werkstatt lässt sich gut darstellen.
  • Sie lassen das Unternehmen lebendig werden und bieten Abwechslung zu den sonst üblichen Texten und Bildern auf Websites, Blogs und Social Media-Kanälen.
  • Fahrzeugpräsentationen bleiben viel stärken in den Köpfen der Nutzer hängen.
  • Man muss nicht zwangsläufig eine professionelle Agentur zu Hilfe nehmen. Einfache Filme lassen sich leicht selbst schon mit  Smartphones erstellen, die eine gute Kamera an Bord haben. Das Einstellen der Videos ist kostenlos.
  • Oft ist die Bereitschaft und die Neugierde der Nutzer und potenziellen Kunden höher, sich kurze Videos anzuschauen als Texte zu lesen.
  • Die Aufmerksamkeit kann gesteigert werden.
  • Bestimmte Zielgruppen sind über Videos gut (oder nur noch) zu erreichen.
  • Filme lassen sich über Link- oder Einbettungsfunktionen leicht auf die eigene Firmen-Website  und in Social Media Kanälen einbauen und verwenden.
  • Zu guter Letzt spielen Videos – insbesondere bei Youtube – eine wichtige Rolle beim Suchmaschinenranking von Unternehmen.

Das Hochladen von eigenen Videos auf Plattformen wie Youtube sollte kein Problem darstellen. Um das ganze professioneller wirken zu lassen und die Auffindbarkeit zu erleichtern, bietet sich das Einrichten einen eigenen Kanals bei Youtube an. Beipiele hierfür: Autohaus Heidenreich, Dürkop-Gruppe.

Inspirationen kann man sich einfach über die Suchfunktion der Video-Portale holen.

Weitere Anregungen zum Nachlesen und zur Erstellung von Videos gibt es beispielsweise an dieser Stelle:

http://karrierebibel.de/video-guide-tipps-und-grundlagen-fur-den-einstieg/

http://karrierebibel.de/corporate-video-definition-tools-trends/

Kennt Ihr noch andere gute Beipiele aus dem Kfz-Bereich? Oder noch weitere Anwendungsbereiche und Themen, die ich nicht aufgeführt habe? Bin gespannt auf Beitäge oder Kommentare zu diesem Artikel!

Quelle der Filme: youtube.com

5 Antworten auf „Video-Marketing für Autohäuser?“

  1. Hallo Stephan,

    einen guten Beitrag hast Du da verfasst. Es ist nicht ganz nachvollziehbar, so viel Potenzial einfach liegen zu lassen. Dabei hat die Branche so viel Emotionalität zu bieten. Mitarbeiter, Kunden (und deren Reviews), lokale Events und Sponsoringaktivitäten, Auto- bzw. Motorradtests, Zubehörtests, Erklärungsvideos oder einfach mal der Blick unter die zu lüftende Decke eines kurz vor der Vorstellung stehenden Modells.

    Leider ist es noch immer nicht bis in die Breite der Betriebe vorgedrungen, dass Marketing heute nur noch bedingt aus den Zentralen der OEM gemanagt werden kann. Branding – ja, das klappt. Reichweite – das geht auch noch. Aber um den Kunden Gründe zu liefern, bei diesem und nicht bei jenem Händler zu kaufen, muss jeder Betrieb individuell aktiv werden.

    Der Verweis auf „Wer soll das hier machen?“ oder „Was sollen wir denn n och machen?“ ist zwar menschlich verständlich, aber rational nicht akzeptabel.

    Beste Grüße,
    Derek

  2. Die Veröffentlichung von Videos auf Facebook, Youtube oder auch der Händlerwebseite ist mit Sicherheit sehr sinnvoll, um bereits bestehende Fans, Follower bzw. Kunden zu erreichen.

    Eine weitere sehr interessante Einsatzmöglichkeit von Videos im Verkauf ist aber die Beantwortung von Kundenanfragen per Video. Kurze, individuelle Videos, in denen der Verkäufer sich und sein Autohaus vorstellt, den potentiellen Kunden persönlich anspricht und das Fahrzeug präsentiert, als wäre der Kunde schon vor Ort. Durch diese Art von authentischen, persönlichen Videos kann der Kunde online abgeholt und bereits sehr früh eine Kundenbeziehung aufgebaut werden.

    Durch die hohe Vergleichbarkeit der vielen im Netz stehenden Fahrzeuge wird meiner Meinung nach mittelfristig kein Weg daran vorbeiführen, sich auf alte Verkaufstugenden wie Persönlichkeit und Emotionalität zurückzubesinnen, um aus der anonymen Masse im Netz herauszustechen. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, ist eben, den Kunden „persönlich“ online abzuholen.

    Um den Einsatz von Videos zu vereinfachen, haben wir die Fahrzeugvideo-App Autosnip entwickelt (www.autosnip.de). Autosnip wird bereits von einigen Autohäusern in Deutschland und Polen eingesetzt und das Feedback der Kunden auf die persönlichen Videos ist großartig. Definitiv ein wichtiges Zukunftsthema!

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