Werkstattportale im Internet – Chance oder Risiko für Kfz-Betriebe?

Werkstattportale im Internet

Was sich im Gebrauchtwagenmarkt längst als Standard entwickelt hat, spielt auch auf den Gebieten Neuwagen, Reifen und Service eine immer größere Rolle – das Onlinegeschäft mittels Internetbörsen.

So wachsen derzeit auch Werkstattportale aus dem Boden, über die Werkstattkunden direkt online bei Kfz-Betrieben auswählen und buchen können. Dass die Betreiber der Portale in den Aufbau und Ausbau der Börsen in ziemlich großem Umfang investieren und dass sich bereits nicht wenige Autohäuser und Servicebetriebe dort registriert haben, lässt bestimmt nicht auf ein kurzzeitiges Phänomen schließen.

Eher wird sich der Servicemarkt durch die Portale verändern. Die Frage ist nur, ob das „offline“-Werkstattgeschäft bedroht wird oder ob sich Chancen für das Werkstattgeschäft ergeben.

Diese Frage wird aktuell unter den Marktteilnehmern kontrovers diskutiert, u.a. auch anlässlich eines Vortrages des Werkstattportal-Betreibers Autoscout24
auf dem 14. Kölner Aftersales Forum der BBE.

Welche Vorteile kann es für die Kfz-Unternehmen bei der Nutzung von Werkstattportalen im Internet geben?

  • Mit Hilfe der der Internetportale lassen sich neue Kunden oder Kundengruppen erschließen, welche ohne die Börse vielleicht nie auf die Werkstatt aufmerksam geworden wären.
  • Die Werkstatt-Auslastung kann mit zusätzlichen Aufträgen aus den Börsen gesteigert werden.
  • Durch die Börsen werden Werkstattleistungen und Preise für den Kunden (aber auch für die Wettbewerber!) transparenter.
  • Dem Kunden wird die Suche nach einer geeigneten Werkstatt in seiner Nähe erleichtert.
  • Durch die bessere Auffindbarkeit der Betriebe wird die Kontaktanbahnung zwischen Kunde und Kfz-Betrieb erleichtert. Insbesondere freie Werkstätten stehen zur Zeit vor dem Problem, als Werkstattunternehmen mit ihren Leistungen im Internet nicht gefunden oder in den Suchmaschinen nicht indexiert zu werden.
  • Die Portale sind in der Regel auch mobil per App erreichbar, was dem aktuellen Kundenverhalten entspricht und entgegenkommt.

Und gibt es auch Nachteile und Risiken?

  • Besonders die Marktteilnehmer des freien Werkstattmarktes befürchten, dass die Angebote in Werkstattportalen nur den Preis der Leistung in den Fokus stellen und dass die Qualität der Werkstatt und ihrer Services zweitrangig wird.
  • Werkstattportale machen mutmaßlich die „Preise kaputt“, da sich die Betriebe durch den Wettbewerbsdruck mit Dumpingpreisen unterbieten könnten.
  • Damit sinken die Margen der Werkstätten, zusätzlich werden sie geschmälert durch Gebühren und Umsatzbeteiligungen der Portale.
  • Einige Börsen bieten zur Zeit nur Standard-Services wie Ölwechsel und Wartungsleistungen. Hier ist allerdings schon ein Trend zur Ausweitung der Angebote erkennbar.

Was bringt die Zukunft?

Jeder Kfz-Betrieb muss für sich entscheiden, ob und in welchem Umfang er die Dienste eines Werkstattportales in Anspruch nimmt. In einem Konsolidierungsprozess wird sich künftig zeigen, welche Börse(n) mit einem attraktiven Leistungsprogramm die größte Anziehungskraft auf die Betriebe ausüben kann. Vielleicht sind Serviceportale irgendwann genau so selbstverständlich wie es heute schon bei den Gebrauchtwagen der Fall ist.

Alle „Schwarz-Weiß-Seher“ unter den Marktteilnehmern, die Werkstattportale entweder verteufeln oder als Allheilmittel sehen, dürfen eines nicht vergessen –
Der Kunde gibt wie immer den Takt vor.

Oder was meinen Sie?

Branchentreffen zu Social Media in Autohäusern und Werkstätten – Zweites Carcamp in Mannheim

Die zweite Carcamp-Veranstaltung für alle Profis oder Interessierte, die sich mit dem Thema Social Media in Autohäusern und Werkstätten beschäftigen, wird
am 11. Oktober 2013 vom Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) und Fuchs Europe Schmierstoffe in Mannheim durchgeführt.

carcamp

Der Name Carcamp stammt vom Begriff Barcamp („Unkonferenz“) ab, der für ein Branchentreffen oder eine Tagung steht, bei dem nur ein Oberthema festgelegt wird. Der eigentliche Ablauf der Veranstaltung oder der Workshops wird allerdings erst am Tag der Treffens von den Teilnehmern spontan festgelegt.

Leider war ich im letzten Jahr verhindert und konnte das erste Treffen nicht persönlich besuchen. Verpasst habe ich dadurch u.a. Workshops und Sessions zu Facebook-Fans, Online-Marketing, Corporate Blogs in Autohaus-Betrieben oder Praxiserfahrungen aus dem Autohaus Podlech. Glücklicherweise konnte man das Carcamp vor, während und nach der Veranstaltung sehr gut online über verschiedene Social Media-Kanäle mitverfolgen.

Vom ZDK wurde eine eigene Community-Seite (www.carcamp.mixxt.de) gestartet. Auf dieser Plattform kann man sich als User anmelden, ein persönliches Profil anlegen und sich mit anderen Usern austauschen und vernetzen.

Die Anmeldung zum zweiten Carcamp läuft ebenfalls über diese Plattform. Außerdem kann man jetzt schon Vorschläge zu Session-Themen machen oder im Forum Social-Media Themen diskutieren (aktuell wird etwa über Bewertungsplattformen für Autohäuser und Werkstätten gesprochen). Fotos vom letzten Jahr geben Eindrücke von dieser Konferenz wieder.

Eine schöne Idee war es, am Tag der Veranstaltung im letzten Jahr Nicht-Teilnehmern über eine Twitterwall die Gelegenheit zu geben, doch irgendwie teilzunehmen.

Anmelden noch möglich

Es sind noch Plätze frei. Also schnell anmelden. Besonders attraktiv: das Treffen ist dank Sponsoren für die Besucher kostenlos.

Aktuelle News zum Carcamp gibt es übrigens laufend bei Twitter (@CarCampMannheim) oder über die Facebook-Seite der „Unkonferenz“.

Autohäuser und Unternehmensblogs – warum das auch noch?

blog_autohaus

Ja warum denn?

Ein Blog für den eigenen Autohaus-Betrieb betreiben: Das klingt zunächst nach viel Arbeit und wenig Nutzen. Es ist doch viel einfacher und schneller damit getan, eine Facebook-Seite oder einen Twitter-Account einzurichten.
Verkauft man mit Blogs mehr Autos oder füllen sich die Auftragsbücher in der Werkstatt?

Wie bei allen Social Media-Kanälen geht es auch beim bloggen in erster Linie um Kundendialog.
Der Verkauf kommt später.  (weiter unten kommt noch ein gutes Beispiel dazu 😉 )

Authentizität ist beim Thema soziale Medien das Zauberwort. Und hier spielt ein Unternehmensblog seinen großen Vorteil aus:
Wo sonst als im Blog hat man im Vergleich zu den relativ starren Gestaltungsmöglichkeiten bei Facebook, Twitter und Google plus mehr Freiheiten im Design der Seite?
Und womit kann man den Auftritt der Seite besser an das Autohaus, an die Corporate Identity und die ganz eigene Unternehmenskultur anpassen als in Blogs?
Es geht darum, eigene Geschichten zum Unternehmen zu erählen.

Auf die anderen Social Media-Kanäle muss ja nicht verzichtet werden. Im Gegenteil, diese lassen sich ebenso frei mit den Blog-Inhalten verbinden. Mit einem Blog ist man aber weitaus unabhängiger von den „Launen“ der Plattform-Betreiber wie Facebook, die permanent ihre Layouts oder  AGBs ändern- oft genug über den Kopf der user hinweg. „Owned Media“ haben da ihre Vorteile. Ganz nebenbei sind Blogs „langlebiger“ als Postings in anderen Kanälen, die irgendwann in den Newsstreams der Fans und Follower untergehen.

Über was lässt sich in Autohaus-Blogs schreiben? Neben den fast obligatorischen Modell-Neuheiten kann man über alles wichtige, interessante und witzige aus dem Unternehmen oder dem Unternehmensalltag schreiben. Warum nicht mal die Mitarbeiter des Betriebes vorstellen? Neuigkeiten wie Umbauten oder Neubauten lassen sich z.B. zu Serienbeiträgen ausbauen. Aktionen und Feste kann man gut in einem Fotoalbum festhalten.
Nützliches für den Leser lässt sich auch immer einbauen. Etwa ein Auto-ABC mit Tipps rund ums das Auto, Autowissen, die Autopflege oder Erklärungen zu Autoreparaturen. Stoff gibt es genug dafür.

Aber ohne eines funktioniert ein Blog wohl kaum: der Spass am regelmäßigen Schreiben von Beiträgen muss da sein. Dies erscheint mir noch wichtiger als die Technik der Blog-Seite. Erst dann wird die Seite für den Leser (und hoffentlich auch Kunden) interessant und er kehrt gerne wieder dahin zurück, kommentiert oder abonniert die Inhalte des Blogs.

Zum Schluss noch einige Bespiele für Corporate-Blogs von Autohäusern – rein subjektiv ausgewählt, bitte nicht böse sein,wer nicht dabei ist!

  • Das Gerstelblog (www.gerstelblog.de) schreibt über alles, was im Autohausalltag passiert.
  • Das Autohaus Weller (www.wellerblog.de) gibt sehr viele nützliche Tipps rund um das Automobil.

Ach ja – etwas fehlt noch. Das Autohaus Gerstel hat es sogar geschafft, über den Blog ein Auto zu verkaufen!
http://www.gerstelblog.de/2013/05/20/das-erste-gerstelblog-auto

Es lohnt sich also doch… oder was meinen Sie?